- 20.06.2013, 12:27:56
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Startschuss für Doktoratsinitiative "DokIn'Holz" - langfristiger Mehrwert durch Mehrwissen rund um den Werkstoff Holz
Gemeinsame Initiative des BMWF mit der Kooperationsplattform "Forst Holz Papier" - Minister Töchterle: mehr private Mittel für Wissenschaft und Forschung

Utl.: Gemeinsame Initiative des BMWF mit der Kooperationsplattform
"Forst Holz Papier" - Minister Töchterle: mehr private Mittel
für Wissenschaft und Forschung =
Wien (OTS) - Liegt Österreich bei den öffentlichen Ausgaben für
Wissenschaft und Forschung über dem EU- und OECD-Durchschnitt, so
sieht dieses Bild bei den privaten Mitteln deutlich anders aus. Um
mehr private Gelder für Wissenschaft und Forschung zu gewinnen, setzt
das Wissenschafts- und Forschungsministerium (BMWF) gezielte Anreize.
Jüngstes Beispiel ist die Doktoratsinitiative "Holz - Mehrwertstoff
mit Zukunft" (DokIn'Holz), die auf Initiative des Wissenschafts- und
Forschungsministeriums in Zusammenarbeit mit der
Kooperationsplattform Forst - Holz - Papier (FHP) entstanden ist und
heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle, Rektor Dr. Martin
Gerzabek (Universität für Bodenkultur), Georg Adam Starhemberg,
Vorsitzender Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP), und Dr.
Erich Wiesner, Leiter des AK Forschung und Normung bei FHP,
präsentiert wurde. Die einzelnen Dissertationsthemen decken dabei die
gesamte Wertschöpfungskette Forst - Holz - Papier ab und sind über
das Leitthema "nachhaltige Ressourcennutzung" miteinander verknüpft.
"Wir erwarten uns von dieser Doktoratsinitiative für den Bereich
insgesamt einen langfristigen Mehrwert durch Mehrwissen rund um den
Werkstoff Holz", so Minister Töchterle, Rektor Gerzabek,
FHP-Vorsitzender Starhemberg und Dr. Wiesner unisono.
"Um die großen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen, müssen
wir disziplinenübergreifend zusammenarbeiten und Wirtschaft und
Grundlagenforschung näher zusammenzubringen", so Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle anlässlich der
Präsentation der Doktoratsinitiative "Holz - Mehrwertstoff für die
Zukunft". Er sieht weiters einen Beitrag zur Umsetzung des
Hochschulplans, wird die Initiative doch von drei Universitäten
gemeinsam getragen: Die Leitung und Koordination des Vorhabens
obliegt der Universität für Bodenkultur Wien (Boku), die beiden
weiteren Universitäten sind die Technische Universität Wien (TU Wien)
und die Technische Universität Graz (TU Graz). "Die Initiative
entspricht auch dem Ziel der FTI-Strategie der Bundesregierung, die
Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken und die
Anstrengungen der öffentlichen Hand durch Mittel aus dem privaten
Bereich zu ergänzen", so Töchterle.
"Die BOKU Wien freut sich als antragstellende Universität in
Kooperation mit der TU Wien und TU Graz über diese neue Form der
Kooperation mit der Wirtschaft im Doktoratsbereich", betont Rektor
Gerzabek. "An der BOKU selbst verbindet DokIn'Holz in einer
einmaligen Weise die Bereiche Forst - Holz -
Holzchemie/Zellstoffchemie als wesentliche Träger einer
öko-effizienten Material- und Werkstoffbereitstellung für eine
nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft."
"Diese Initiative soll als Exempel für andere Sparten dienen und Mut
zur engeren Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und
Wirtschaft machen", freut sich Georg Adam Starhemberg über den
gelungenen Start des Projektes. "Das Doktorats-Verbundprojekt
betrachten wir auch als Einstieg in eine längerfristige
Zusammenarbeit", so Starhemberg weiter. Die vorliegende Initiative
ermöglicht grundlegendes Wissen und neue Forschungsmethoden zu
spezifischen Fragen rund ums Holz zu generieren und gleichzeitig
Forscherinnen und Forscher inhaltlich, methodisch und auch
international zu vernetzen.
"Anhand gemeinsam definierter Leitthemen entlang der
Wertschöpfungskette, wie beispielsweise die Sicherung der
nachhaltigen Holz- und Biomassebereitstellung, neue Produkte und
Verfahren sowie den Holzbau wählten wir insgesamt zehn Projekte für
die Initiative aus", so Dr. Erich Wiesner, WIEHAG und Leiter des AK
Forschung und Normung bei FHP. "Das Forschungsfeld der nachhaltigen
Ressourcennutzung birgt ungeheures volkswirtschaftliches Potential.
Mit dieser Initiative heben wir einen Schatz, dessen Wert für
Österreich in der internationalen Performance derzeit nicht
abzuschätzen ist", kündigt Wiesner an.
Neben der allgemeinen Zielsetzung und der Stärkung des
Wissenstransfers richtet sich der Fokus der Initiative DokIn'Holz
nicht zuletzt auf Grund der kooperativen Finanzierung durch BMWF und
Wirtschaft insbesondere auf
- Produkte für die Wissenschaft bzw. die Science Community im Sinne
von hochwertigen Publikationen in SCI-Journalen (Science Citation
Index), internationale Konferenzbeiträge usw., sowie auf
- Produkte für die Wirtschaft wie populärwissenschaftliche
Publikationen oder Präsentationen und Impulse für das damit
verbundene Innovationssystem Holz im Sinne wissens- bzw.
forschungsbasierter Innovationen durch Zusammenführung von
Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Niveau wissenschaftlicher
Arbeiten.
Eckpfeiler und Themen der Doktoratsinitiative
- Das Wissenschafts- und Forschungsministerium ist Projektpartner,
die Koordination des Projektes erfolgt durch die
Kooperationsplattform FHP.
- Insgesamt werden rund zwei Millionen Euro investiert:
Finanzierungsmodell durch Förderung des Wissenschafts- und
Forschungsministeriums und Ko-Finanzierung durch Verbände bzw.
Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft im Verhältnis von 50 zu 50
Prozent.
- Projektlaufzeit drei Jahre entsprechend der geplanten Projektzeiten
für Dissertationen.
- Das Jahresbudget pro Dissertation liegt bei 55.000 Euro.
- Betreut wird diese Initiative von Dr. Alfred Teischinger
(Universität für Bodenkultur), Dr. Josef Eberhardsteiner (Technische
Universität Wien) und Dr. Wolfgang Bauer (Technische Universität
Graz).
- Die strategische Begleitung übernimmt ein eigens eingerichtetes
Scientific Advisory Board.
Ziel dieser Initiative ist es, Wissenschaft und Wirtschaft enger
miteinander zu verknüpfen, um einen Nutzen für beide Seiten zu
erzielen. Die Forschungsthemen und -felder sind bewusst breit über
die Wertschöpfungskette ausgelegt und in drei Leitthemen eingeteilt,
die in unmittelbaren Zusammenhang stehen:
- Sicherung der nachhaltigen Holz- und Biomassebereitstellung,
- neue Produkte und Verfahren,
- Holzbau.
Gezielte Anreize für mehr private Mittel
Österreich liegt bei den öffentlichen Ausgaben für den tertiären
Bereich mit 1,4 Prozent deutlich über dem EU- und OECD-Durchschnitt
(1,2 bzw. 1,1 Prozent), bei den privaten Mitteln zeigt sich hingegen:
nur 0,05 Prozent kommen aus privaten Quellen, im EU- bzw.
OECD-Schnitt sind es 0,3 bzw. 0,5 Prozent. Auch bei privaten
Investitionen in die Forschung soll der private Anteil erhöht werden,
konkret gemäß FTI-Strategie der Bundesregierung von derzeit rund 60
Prozent auf mindestens 66 Prozent. Um mehr private Gelder für
Wissenschaft und Forschung zu gewinnen, setzt das Wissenschafts- und
Forschungsministerium (BMWF) gezielte Anreize, etwa mit dem "matching
fund" im Rahmen der Hochschulraum-Strukturmittel oder durch die auf
Drittmitteleinwerbung abzielende Finanzierungsstruktur des IST
Austria.
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