- 18.06.2013, 10:05:49
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Kahlenberger Gespräche im Zeichen der Herausforderungen des Tourismus von morgen
Zweiter Saisonhöhepunkt der Gesprächsreihe am Kahlenberg

Utl.: Zweiter Saisonhöhepunkt der Gesprächsreihe am Kahlenberg =
Wien (TP/OTS) - Nach dem gelungenen Saisonauftakt der Kahlenberger
Gespräche widmete sich das Karrierezentrum der MODUL University
Vienna bei der Folgeveranstaltung am 12. Juni erneut einem spannenden
Thema: Nämlich der Zukunft des Tourismus in Österreich. Unter dem
Titel "Tourismus in Österreich, Quo Vadis?" wurde der Bericht des
Expertenbeirats zu Österreichs Tourismusstrategie von einem
hochbesetzten Podium aus Wirtschaft, Wissenschaft und Journalismus
diskutiert.
"Welchen Weg wird der Österreichische Tourismus in Zukunft
einschlagen?", diese Frage stellte Hani El Sharkawi, Leiter des
Karrierezentrums MODUL Career im Rahmen seiner Eröffnung der
Kahlenberger Gespräche. Den Anlass dafür gab der erst kürzlich
veröffentlichte Bericht des Expertenbeirats "Tourismusstrategie", der
im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe der Kahlenberger Gespräche
stand. Mit Prof. Dr. Egon Smeral (WIFO) und Prof. Dr. Karl Wöber
(MODUL University Vienna) stellten sich gleich zwei bedeutende
Mitglieder des Expertenbeirats der öffentlichen Diskussion am Wiener
Kahlenberg, zu der das Karrierezentrum MODUL Career geladen hatte.
Hochkarätig besetztes Expertenpodium diskutierte Ergebnisse des
Berichts
Univ.-Prof. Dr. Egon Smeral ist Ökonom und Experte für Tourismus
und Freizeitwirtschaft am Österreichischen Institut für
Wirtschaftsforschung (WIFO) und zusätzlich auch Professor an der
MODUL University Vienna. Der Tourismus- und Wirtschaftsexperte
vertrat im Rahmen seiner Keynote die Ansicht, dass "sich der
österreichische Tourismus 2012 nach einer länger andauernden
Anpassungsphase erholt und wieder an Boden gewonnen hat. Jedoch
führen die europaweite Schuldenkrise und die Notwendigkeit der
Sanierung der Staatsfinanzen dazu, dass sich auch für den Tourismus
die Entwicklungsspielräume deutlich verengen." Für Prof. Smeral
sollte die touristische Entwicklung daher weiterhin durch eine
koordinierte und fokussierte Tourismuspolitik unterstützt und
vertieft werden.
Erwartungen und Prognosen über den Tourismus der Zukunft aus Sicht
der Österreichischen Wirtschaft wurden auch von Dr. Martin Schick
eingebracht. Der geschäftsführende Gesellschafter und Obmann der
Fachgruppe Hotellerie der Wirtschaftskammer Wien leitet selbst ein
Familienunternehmen im Tourismus und kennt daher die Sicht der
Wirtschaft besonders gut: "Die Nächtigungszahlen in Wien steigen.
Durch das steigende Bettenangebot gibt es jedoch zunehmend ein
Umsatzproblem. Ich wünsche mir ein Bekenntnis der Stadtregierung zum
Tourismus". Aus seiner Sicht habe Österreich einen
Wettbewerbsnachteil aufgrund der Sonntagsöffnungszeiten. Auch die
Erhöhung der Ortstaxe um 27% sowie weitere Anstiege bei diversen
Gebühren für U-Bahn, Müll und Wasser wurden von Dr. Schick
kritisiert, der für weniger Einmischung durch den Staat eintrat.
Angesprochen auf ein Erfolgsrezept sollten für ihn "Altes und Kultur
nach vorne gestellt, dabei aber modern inszeniert werden."
Ebenfalls am Podium vertreten war Dr. Petra Stolba. Sie ist seit
2006 Geschäftsführerin der Österreich Werbung und wies in der
Diskussion darauf hin, dass ein Paradigmenwechsel notwendig sei und
man vor allem im Förderbereich von der Anbieter- zur Nachfragesicht
wechseln solle. "Im Marketing bedeutet das Koordinierung statt
kompetitives Auftreten der Tourismusverbände. Auch die
Internationalisierung ist wichtig, um den Ganzjahrestourismus zu
unterstützen", führte sie aus. So müsse Österreich einerseits auf den
Hauptmärkten präsent bleiben, obwohl diese gesättigt sind und
zugleich neue Märkte aufbereiten. Zusätzlich wünscht sie sich eine
Studie zur Wirksamkeit von Marketinginstrumenten und sieht es als
Aufgabe der Tourismuspolitik an, Qualitätssicherung und
Produktentwicklung zu forcieren.
Mit Günther Greul kam auch ein weiterer Experte und langjähriger
Beobachter der Tourismus- und Freizeitwirtschaft zu Wort. Der
Redakteur von Tourismuswirtschaft Austria International (TAI), der
trotz Ruhestand noch immer sehr aufmerksam die Geschehnisse im
heimischen und internationalen Tourismus verfolgt stellte fest, dass
sich die Wertschätzung der Politik für den Tourismus gebessert hat.
Keine Notwendigkeit sieht er für einen Paradigmenwechsel, denn das
Grundprodukt Alpen, Donauraum und Seen, Städte und Kultur habe sich
in den letzten 50 Jahren nicht geändert. "Das Produkt kann zwar
verbessert und besser verkauft werden, es zu verändern hingegen ist
nicht möglich. Wir erleben eine Renaissance der Sommerfrische, also
wozu ein Paradigmenwechsel?", fragte er im Rahmen der Diskussion.
Ändern müsse sich aber die Angebotspolitik. Dazu wünschte sich Greul
eine Benchmarkstudie, "um herauszufinden, was die EU-15 Länder besser
machen." Der Wissenschaft warf er mangelnde Kommunikation mit der
Wirtschaft vor und forderte von der Politik mehr Geld und keine
Einmischung des Staates in den Tourismus.
Nicht fehlen bei einer solch spannenden Diskussion durfte
natürlich auch der "Hausherr" und Rektor der MODUL University Vienna,
Prof. Dr. Karl Wöber. Als national und international angesehener
Experte im Bereich der Tourismus- und Freizeitforschung "wünscht er
sich eine Erhöhung der Tourismusforschungsförderung. Im Sinne einer
kompetitiven Förderung, bei der sich alle, die sich qualifiziert
fühlen, einreichen können." Zusätzlich trat er auch für die
Erforschung eines weiteren Bereichs ein und nannte in diesem
Zusammenhang die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie die
Authentizität des Produkts. Denn nur so lasse sich herausfinden,
"welchen Herausforderungen wir uns in Zukunft stellen müssen".
Moderiert wurden die Kahlenberger Gespräche von Mag. Ulrike
Reisner. Sie ist selbstständige Beraterin im Bereich der politischen
Strategieentwicklung und der politischen Kommunikation und
beschäftigt sich seit 20 Jahren intensiv mit der alpinen Tourismus-
und Freizeitwirtschaft.
Das Thema fand sowohl unter den Gesprächsteilnehmern als auch
unter den anwesenden rund einhundert Gästen regen Anklang, sodass es
beim anschließenden Empfang noch lange weiterdiskutiert und
Erfahrungen ausgetauscht wurden.
Der Bericht des Expertenbeirats "Tourismusstrategie" 2013 befindet
sich unter:
http://www.tourismuspresse.at/redirect/expertenbeirat
Weitere Informationen zu den Kahlenberger Gesprächen erhalten Sie
unter:
www.modul.ac.at/kahlenberger-gespraeche
Über die MODUL University
Die MODUL University Vienna, die internationale Privatuniversität
der Wirtschaftskammer Wien, bietet Studienprogramme (BBA, BSc, MSc,
MBA und PhD Programme) aus den Bereichen Internationale Wirtschaft
und Management, Neue Medientechnologie, öffentliche Verwaltung und
nachhaltige Entwicklung sowie Tourismus-,Hotel- und
Dienstleistungsmanagement an. Seit Herbst 2012 studieren knapp 400
StudentInnen aus über 70 Nationen am Wiener Kahlenberg.
Weitere Bilder unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4082
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