• 11.06.2013, 13:37:43
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Karlheinz Töchterle: Österreich und CERN intensivieren Kooperation

Wissenschafts- und Forschungsminister besucht Großforschungseinrichtung CERN - unterzeichnet "Letter of Cooperation"

Minister Töchterle, Bundespräsident Fischer und
Margit Fischer bei ihrem CERN-Besuch im Gespräch mit
CERN-Generaldirektor Heuer

Utl.: Wissenschafts- und Forschungsminister besucht
Großforschungseinrichtung CERN - unterzeichnet "Letter of
Cooperation" =

Genf (OTS) - "Das Kernforschungszentrum CERN ist eine exzellente
Forschungseinrichtung und ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie aus
anwendungsoffener Grundlagenforschung Innovation entsteht - so wurde
etwa das World Wide Web hier entwickelt", so Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle anlässlich seines
CERN-Besuchs nahe Genf, Schweiz. Gemeinsam mit Bundespräsident Dr.
Heinz Fischer und einer Wissenschaftsdelegation, darunter Rektorin
Dr. Sabine Seidler, Rektor Dr. Wolfgang Schütz, PEG
MedAustron-Geschäftsführer Dr. Thomas Schreiner und dem Direktor des
Stefan-Meyer-Instituts für subatomare Physik, Dr. Eberhard Widmann,
wurde Töchterle heute Vormittag von CERN-Generaldirektor Dr.
Rolf-Dieter Heuer empfangen. Am Programm standen u.a. der Besuch des
unterirdischen LHC-Tunnels (Large Hadron Collider,
"Teilchenbeschleuniger") sowie ein Treffen mit jungen Forschenden aus
Österreich, die derzeit am CERN arbeiten. Weiters wird Töchterle am
Nachmittag einen "Letter of Cooperation" unterzeichnen. "Österreich
wird die am CERN entwickelte Beschleuniger-Forschung nutzen",
verweist Töchterle auf das Therapie- und Forschungszentrum MedAustron
in Wiener Neustadt. "Die Kooperationen zwischen CERN und Österreich
wollen wir nun weiter intensivieren, was Wissenschaft und Forschung,
aber auch Krebspatienten zugutekommt. CERN soll in Zukunft
Forschungsinfrastrukturen der Mitgliedsländer stärker bei seiner
Arbeit berücksichtigen, um optimal zu profitieren."

Standen zuletzt im Zusammenhang mit CERN vor allem die Entwicklungen
und erste Beobachtungen rund um das Higgs-Teilchen - es führt die vom
renommierten Magazin "Science" veröffentlichte Liste der Entdeckungen
des Jahres 2012 an - im Mittelpunkt, so gilt die Aufmerksamkeit der
heimischen Forschung insbesondere auch Entwicklungen in der
Medizinphysik, von denen das Therapie- und Forschungszentrum
MedAustron profitiert. Mit dem heute zu unterzeichnenden "Letter of
Cooperation" soll die Kooperation mit CERN um die Nutzung von
Forschungsinfrastruktur der Mitgliedsländer - wie etwa die Strahlzeit
für nicht-klinische Forschung bei MedAustron - ausgeweitet werden:
- Biomedizinische Forschung und Forschung mit Ionenstrahlen
- Medizinphysik
- Detektoren, Instrumente, Bildgebung und Dosimetrie
Am MedAustron ist noch heuer der Beginn des Testbetriebes geplant. Ab
2015 profitieren bis zu 1.400 Krebspatient/innen jährlich von dieser
internationalen Spitzenmedizin. Weiters befindet sich eine
Arbeitsgruppe im Bereich der "Medizintechnik" im Aufbau, und es ist
unter anderem eine
Zusammenarbeit zwischen MedAustron, und dem Institut für
Hochenergiephysik (HEPHY) sowie dem Stefan-Meyer-Institut geplant.

"Wir müssen die exzellente Arbeit des CERN für die österreichische
Forschung möglichst stark nutzbar machen", so Töchterle weiter. Der
Minister wertet es daher als "ein sehr positives Signal, dass die
Österreichische Akademie der Wissenschaften mit Jochen Schieck Anfang
Mai einen exzellenten Wissenschaftler mit viel Forschungserfahrung am
CERN als Direktor des Instituts für Hochenergiephysik gewinnen
konnte". Er wird als weiteres Standbein eine Arbeitsgruppe zu Dunkler
Materie aufbauen.

In Österreich forschen derzeit sieben Universitätsinstitute und zwei
Institute der ÖAW auf dem Gebiet der experimentellen und
theoretischen Kern- und Teilchenphysik. Die Forscherinnen und
Forscher dieser Institute sind im Fachausschuss für Kern- und
Teilchenphysik der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft
organisiert. Die Mitgliedschaft bei Großforschungseinrichtungen wie
dem CERN ist insbesondere auch in Hinblick auf die Teilnahme an
internationalen Experimenten, das exzellente Ausbildungsangebot für
Studierende, Diplomand/innen und Dissertant/innen sowie Ingenieure
und Techniker in Spitzentechnologien und den finanziellen Rückfluss
an österreichische Unternehmen relevant. So flossen bspw. 2012 rund
22,4 Prozent des österreichischen CERN-Mitgliedsbeitrags an
österreichische Unternehmen zurück, während der Konstruktion des LHC
waren es sogar bis zu 95 Prozent.

Stichwort CERN
CERN (Centre Européen pour la Recherche Nucléaire - Europäische
Organisation für Kernforschung) ist die weltweit größte - und seit
Inbetriebnahme des neuen Beschleunigers "LHC" - führende
Forschungseinrichtung für Teilchenphysik. Rund 10.000
Wissenschaftler/innen aus über 80 Ländern forschen seit der Gründung
im Jahr 1954 nach den Bausteinen der Materie, die der Welt Struktur
geben, und den fundamentalen Kräften, die "die Welt im Innersten
zusammenhalten". Um diese Forschungsarbeiten zu ermöglichen, haben
sich zunächst zwölf und inzwischen 20 Staaten - darunter auch
Österreich seit 1959 - zum CERN zusammengeschlossen. Ziel ist es,
gemeinsam die technisch und finanziell enorm anspruchsvolle
Infrastruktur bereitzustellen. Hierbei kommen modernste Methoden und
Technologien aus vielen Fachbereichen zur Anwendung.

CERN betreibt Grundlagenforschung auf höchstem wissenschaftlichem und
technologischem Niveau. Von den Ergebnissen profitiert die
Gesellschaft in Form von Wissen, aber auch direkt über die
Entwicklung neuer Geräte und Verfahren (beispielsweise die
beschleunigerbasierte Strahlentherapie für Krebspatienten am
MedAustron) oder durch das bekannteste "Nebenprodukt" des CERN, die
Entwicklung des World Wide Web, das die Nutzung des Internets enorm
erleichterte. Das jährliche Budget beläuft sich auf knapp 1,1
Milliarden Schweizer Franken (ca. 886 Millionen Euro). Der
österreichische Anteil beträgt 2013 ca. 2,2 Prozent und damit rund
19,5 Millionen Euro. Zu diesem Beitrag kommen Kosten für die
Beteiligung an Experimenten sowie die CERN HighTech-Stipendien von
zusammen etwa einer Million Euro. Das oberste Steuerungsgremium ist
der CERN-Rat ("Council"), wo Österreich wie jedes Mitgliedsland mit
zwei Delegierten vertreten ist.

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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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