• 02.05.2013, 15:15:10
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Verschlusssache. Dreitägige Veranstaltungsreihe zum 10-jährigen Bestehen des Don Bosco Flüchtlingswerkes

Floridus Kaiser und Haiko Pfost

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Verschlusssache" zeigt das Don Bosco
Flüchtlingswerk vom 8. bis 10. Mai gemeinsam mit dem brut Wien
Sehens- und Hörenswertes zu den Themen Flucht und Verfolgung.
Veranstaltungsort ist das brut im Konzerthaus in Wien.

"10 Jahre Don Bosco Flüchtlingswerk sind kein Grund zu feiern.
Vielmehr ist das 10-jährige Bestehen ein Grund, kurz innezuhalten und
sich auf das Mensch-Sein zu besinnen", sagt Floridus Kaiser. "Warum
schlagen Menschen andere Menschen seit jeher in die Flucht oder
vertreiben Andere?", fragt der Geschäftsführer des humanitären
Vereins, der 2003 von den Salesianern Don Boscos, den Don Bosco
Schwestern und von "Jugend Eine Welt" mit dem Ziel gegründet wurde,
sich für unbegleitete junge Flüchtlinge in Österreich einzusetzen.

Flüchtige Hinsichten

Den Auftakt am 8. Mai bilden die Vorträge "Flüchtige Hinsichten"
von Prof. Dr. Menzen aus Freiburg und Prof. Dr. Rech aus Köln. Die
beiden Vorträge nehmen die Werke zweier bildender Künstler zum
Ausgangspunkt: des kanadischen Fotografen Jeff Wall und der
südafrikanischen Malerin Deborah Poynton. Beide zeigen in ihren
Werken Menschen, die die Fluchtpunkte ihres Lebens verlassen und alle
Brücken abgebrochen haben. Sie zeigen Zuweisungs- und
Verordnungsprozeduren, denen MigrantInnen ausgesetzt sind, sie
erzählen von der Suche nach Halte- und Fixpunkten und nach Orten, die
Sicherheit und Selbstgewissheit versprechen. Die Vorträge des
Kunsttherapeuten, des Kunsthistorikers, des Theologen und des
Psychologen blicken aus der künstlerischen Perspektive auf den Fokus
Flucht hin und hinterfragen den flüchtigen Blick der Gesellschaft.

Filmabende

Es werden die Dokumentarfilme "Nowhere Home" von Margreth Olin und
"Foreign" von Miriam Fassbender gezeigt. Der international mehrfach
ausgezeichnete Film "Nowhere Home" ist die Erstaufführung in
Österreich und zeigt in deutlichen, klaren und erschreckenden Bildern
die Lebensrealität flüchtender Kinder und Jugendlicher. Miriam
Fassbender wird als engagierte Künstlerin selbst an der
Paneldiskussion am Freitag, dem 10. Mai, teilnehmen. Fassbender
schreibt über ihren Film "Foreign": "Denn wie kann man sich selbst
verwirklichen, auf Bildung, Rechtsstaatlichkeit und persönliche
Freiheit hoffen, wenn man jeden Tag erneut ums Überleben kämpfen
muss? Die drangsalierten, durstigen aber immer noch ungebrochenen
Migranten an provisorischen Orten, in Wäldern versteckt
wiederzutreffen, gab mir das Gefühl sie seien verloren und ihre Reise
brächte sie eher weiter von sich weg als näher zu sich selbst. Fremd
ist eine Geschichte über Menschen auf Reisen, auf der Suche nach
einem anderen Leben. Eine Reflexion über den Verlust von Zeit und das
Scheitern. Aber ist es nicht unser Scheitern?"

Kultur der Kinderrechte

Die Paneldiskussion stellt die Frage, ob Jugendliche auf der
Flucht in einen anderen kulturellen und sozialen Kontext in unserer
Gesellschaft eingebettet leben - auf der Suche nach einem sicheren
Ort. Obwohl Österreich die Kinderrechtskonvention unterzeichnet hat,
werden die "fremden" Jugendlichen, die Anderen, bis heute von der
Politik, den Behörden und der Gesellschaft diskriminiert. Was
motiviert die Bürger, Jugendwohnheime wie in Lauffen / Oberösterreich
so massiv zu bekämpfen? Woher kommt unser Blick, zuerst den Fremden
und dann erst das Kind oder den Jugendlichen zu erkennen, obwohl die
Kinderrechtskonvention das Kindeswohl für alle Kinder und Jugendliche
in den Vordergrund rückt? An der prominent besetzten Diskussionsrunde
nehmen unter anderem Mag. Josef Hiebl als Leiter der Wiener
Jugendwohlfahrt, Sama Maani als Schriftsteller und Psychoanalytiker,
Beatrix Peichl als Psychologin und Leiterin der Jugendwohnheims
Abraham, Pater Bernhard Vondrasek, Salesianer Don Boscos, als
Gründungsmitglied des Don Bosco Flüchtlingswerkes und als Professor
für Soziale Arbeit, Miriam Fassbender als Filmemacherin des gezeigten
Filmes "Foreign", Irene Brickner als Journalistin sowie Peter Rech
als Kunsttherapeut und Künstler teil. Unterschiedliche Blickwinkel
auf die gesellschaftliche Realität verfolgter Jugendlicher
konfrontieren uns mit der Frage, was wir tun können?

DANEBEN (3 Jahre später)

An zwei Abenden wird die Performance "DANEBEN (3 Jahre später)"
von Michikazu Matsune und David Subal gezeigt. Vor drei Jahren
porträtierten die beiden Künstler in der Performance "DANEBEN" die
Lebenswege von AsylwerberInnen in Österreich. In ihrem Projekt
"DANEBEN (3 Jahre später)" begeben sie sich auf die Suche nach den
Flüchtlingen von damals und bringen sie und ihre Geschichten auf die
Bühne. Wo sind sie jetzt und was haben sie inzwischen erlebt?
"DANEBEN (3 Jahre später)" zeichnet ein vielschichtiges Bild der
Schattenseiten unserer globalisierten Welt. Der Künstler Michikazu
Matsune zum Projekt: "In den drei Jahren hat sich für uns und für die
AsylwerberInnen von damals viel verändert. Einige haben Asyl
bekommen, andere warten noch immer auf ihre Familienmitglieder,
wieder andere waren unauffindbar oder wurden abgeschoben."

Party als Abschluss

Zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung findet eine Party mit
DJ Balkh aus Kabul, Falangee, DJane und Musikerin vom DJ-Kollektiv
Brunnhilde und einem Liveact der Band Sem Vergonha statt. Im Sinne
von "Pay what you can!" wird kein Eintritt verlangt.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk Austria ist eine Initiative der
Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und von "Jugend Eine
Welt" mit dem Ziel, sich für unbegleitete junge Flüchtlinge in
Österreich einzusetzen.

Termin: 8. bis 10. Mai 2013
Ort: brut im Konzerthaus, Lothringerstraße 20, 1030 Wien
Eintritt: PAY WHAT YOU CAN!

Pressebilder: www.brut-wien.at/presse/paktuell/de/

Informationen:
http://www.ots.at/redirect/Don-Bosco-Fluechtlingswerk

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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