- 04.04.2013, 13:00:34
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Windisch: Versorgungssicherheit und Produktionserhalt gehen Hand in Hand
Verlässliche Rahmenbedingungen für Bauern sind unerlässlich Windisch als LK Präsident von Bürgermeister Häupl angelobt

Utl.: Verlässliche Rahmenbedingungen für Bauern sind unerlässlich
Windisch als LK Präsident von Bürgermeister Häupl angelobt =
Wien (OTS) - "Die wachsende Weltbevölkerung in ausreichendem Maße mit
gesunden und sicheren Lebensmitteln zu versorgen, wird die zentrale
Aufgabe der Bauern in der Zukunft sein. Garantiert werden kann dies
allerdings nur, wenn es uns gelingt, die bäuerliche Produktion in den
Regionen zu erhalten. Dafür sind nicht nur verlässliche politische
Rahmenbedingungen unerlässlich, sondern auch Hilfestellungen bei der
Vermarktung und vor allem die Unterstützung durch die Verbraucher",
gab Ing. Franz Windisch, Abg. zum Nationalrat und neugewählter
Präsident der Landwirtschaftskammer Wien, bei seiner heutigen
Antrittsrede nach der Angelobung durch Bürgermeister Ök.-Rat Dr.
Michael Häupl, die Aufgaben für seine zweite Periode als Vorsitzender
des Bauernparlaments in der Bundeshauptstadt bekannt.
Die Wiener Ackerbauern, Gärtner und Winzer stellen jährlich mehr
als 60.000 Tonnen Gemüse, fast 44.000 t Feldfrüchte, 17.000 hl Wein
und 1.400 t Obst hauptsächlich für die Stadtbevölkerung und das
engere Umland her und sichern damit die Nahversorgung. "Wir sehen vor
allem am lokalen Markt die größten Chancen für unsere Mitglieder,
denn der Trend bei den Verbrauchern geht immer mehr zu regional
erzeugten Nahrungsmitteln", betonte Windisch. Dieser engere Bezug zum
bäuerlichen Erzeuger schafft Sicherheit über die
Produktionsbedingungen und die Qualität der Ware. Die Wiener
Stadtlandwirtschaft bietet hier den Vorteil ökologisch und nachhaltig
hergestellte Lebensmittel, mit all ihren wertvollen Inhaltsstoffen
auf kürzestem Weg zum Verbraucher zu bringen.
Wiener Produzenten sind wahre Ökobauern
80% der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Wien werden nach
den Richtlinien des Österreichischen Umweltprogramms bewirtschaftet,
die Zahl der Biobetriebe steigt stetig und immer mehr Landwirte
verpflichten sich zur Maßnahme "Integrierte Produktion", in deren
Rahmen der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln auf ein
Mindestmaß beschränkt wird. Außerdem haben sich die Produzenten
freiwillig der Wiener Initiative "Freiwillig ohne Gentechnik"
angeschlossen. "Damit treten wir tagtäglich den Beweis an, dass eine
effiziente Lebensmittelherstellung auf höchstem ökologischen Niveau
und Umweltschutz sehr gut miteinander vereinbar sind", so Windisch.
Nachhaltigkeit - im Bezug auf Umwelt- und Naturschutz, Einkommens-
und regionale Wertsicherung sowie der Erhalt tausender Arbeitsplätze
auf den Höfen und in den vor- und nachgelagerten Sektoren - spielt
dabei eine zentrale Rolle. "Diese Aspekte sind es, die die
Konsumenten an der Wiener Stadtlandwirtschaft und ihren Produkten
schätzen", weiß Windisch. Dieses Vertrauen, dass nach den jüngsten
Skandalen im Lebensmittelbereich erschüttert wurde, gilt es nun
wiederherzustellen. Dabei soll eine gemeinsame Initiative mit der
Stadt Wien helfen, "denn wir brauchen leistungsfähige Bauern, die
Lebensmittel in ausreichender Menge und zu leistbaren Preisen
erzeugen und nicht nur Landschaft- und Naturpfleger sind", betonte
der LK-Präsident.
Bäuerliche Produktion zulassen
Das Vertrauen der Konsumenten ist aber nur eine Seite der
Medaille. Das Fundament der Landwirtschaft bilden ebenso verlässliche
Rahmenbedingungen. Das bedeutet zum einen, dass die Betriebe in ihrer
Weiterentwicklung nicht eingeschränkt werden und eine Ausweitung der
Produktionsstätte in den Flächenwidmungsplänen - im konkreten Fall im
Agrarstrukturellen Entwicklungsplan (AgSTEP) - fixiert wird. Zum
anderen gehen damit ebenso agrarpolitische und finanzielle Reglements
einher. Hier stehen im Hinblick auf die Reform der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP) 2014-2020 noch intensive Verhandlungen bevor.
"Dabei ist es besonders wichtig, dass bei den Trilog-Gesprächen die
ökologischen Vorleistungen der heimischen Bauern für das Greening
angerechnet werden und es beim Wechsel vom historischen zum
regionalen Modell zu keinen extremen finanziellen Brüchen kommt. Die
Betriebe brauchen eine 'Einschleifregelung' mit möglichst langen
Übergangsfristen, die ihnen die nötige Zeit gibt, um sich
wirtschaftlich auf die Veränderungen umzustellen", erläuterte
Windisch. Ebenso wird der Aufteilung der finanziellen Mittel auf die
künftigen Programme in der Zweiten Säule der GAP - der Ländlichen
Entwicklung - entgegengefiebert. "Jeder Euro den unsere Bauern
weniger erhalten, wiegt doppelt und dreifach, bedenkt man, wie viele
Arbeitsplätze die Landwirtschaft in Österreich sichert", so der
Präsident.
Entsprechend zählt die Interessenvertretung auch auf die
ausreichende nationale Ko-Finanzierung und die für die Marktfähigkeit
der Betriebe notwendige Ausstattung der Investitionsförderung.
Weitere Hemmnisse in der Produktion werden hingegen strikt abgelehnt.
"Bewirtschaftung und Umweltschutz bilden eine Einheit, das hat
bereits die Vergangenheit gezeigt. Daher dürfen unseren Bauern unter
dem Deckmantel der 'Ökologisierung' keine zusätzlichen Steine in den
Weg gelegt werden, die die Lebensmittelherstellung verhindern",
mahnte Windisch. Der Landschaftsschutz sei dann gewährleistet, wenn
auch die Bewirtschaftung fortgeführt wird und die Vermarktung
sichergestellt sei.
Selektiv und auf ein Minimum reduzierter Pflanzenschutz sei
"absolut erforderlich für die Sicherung der erforderlichen
Lebensmittelmengen und Qualität". Ein generelles Verbot würde nicht
nur die regionale Produktion gefährden, sondern durch die kleinen
Strukturen ebenso den Biolandbau. Schlussendlich wären dem
Gentechnikanbau Tür und Tor geöffnet, verwies Windisch auf die
Gefahren.
LK Wien - verlässlicher Partner für ihre Mitglieder
Um für die künftigen Herausforderungen gewappnet zu sein und die
Kompetenz und Wirtschaftlichkeit ihrer Mitgliedsbetriebe zu steigern,
evaluiert die Landwirtschaftskammer Wien die Bedürfnisse ihrer Kunden
und richtet ihre Strategien darauf aus. "Wir sehen uns als modernes
Dienstleistungsunternehmen und haben für uns den Anspruch erhoben die
Ackerbauern, Gärtner und Winzer Wiens bei ihren vielfältigen Aufgaben
zu begleiten und zu coachen. Daher ist es notwendig unser
Leistungsportfolio regelmäßig an die Bedürfnisse und Anliegen der
Mitglieder anzupassen", so Windisch.
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