• 24.01.2013, 12:25:29
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Wissenschaftliche Nachwuchsförderung ist zentral für Wissenschafts- und Forschungsstandort Österreich

Gemeinsames Pressegespräch von Minister Töchterle, FWF-Präsident Kratky, den Biochemikerinnen R. Schroeder und A. Barta sowie Doktorandin N. Tukhtubaeva

Gemeinsames Pressegespräch von Minister Karlheinz
Töchterle, FWF-Präsident Christoph Kratky, den Biochemikerinnen
Renee Schroeder und Andrea Barta sowie Doktorandin Nadia Tukhtubaeva

Utl.: Gemeinsames Pressegespräch von Minister Töchterle,
FWF-Präsident Kratky, den Biochemikerinnen R. Schroeder und A.
Barta sowie Doktorandin N. Tukhtubaeva =

Wien (OTS) - "Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist
zentral für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Österreich", so
Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle. Das
Wissenschafts- und Forschungsministerium (BMWF) arbeitet daher
gemeinsam mit den Hochschulen, dem Wissenschaftsfonds FWF und den
Forschungseinrichtungen an entsprechenden Rahmenbedingungen für eine
qualitativ hochwertige wissenschaftliche Ausbildung. Ein wesentliches
Element dabei ist die Ausbildung der Doktorandinnen und Doktoranden,
etwa im Rahmen von maßgeschneiderten Doktoratskollegs. Diese werden
nun schrittweise ausgebaut, dafür stehen 18 Millionen Euro zusätzlich
zur Verfügung, wie der Minister bei seinem gemeinsamen Besuch mit
FWF-Präsident Christoph Kratky an den Max F. Perutz Laboratories der
Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien unterstrich.
Die beiden Biochemikerinnen Renee Schroeder und Andrea Barta sind an
den Max F. Perutz Laboratories in der Ausbildung der Doktorandinnen
und Doktoranden tätig und berichteten gemeinsam mit Nadia
Tukhtubaeva, Doktorandin im Doktoratskolleg "RNA-Biologie", über den
hohen Stellenwert der Doktoratskollegs.

Weiters informierte Minister Töchterle über Schwerpunkte im Bereich
der Nachwuchsförderung in den mit den Universitäten Ende Dezember
abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen, in denen das Thema von
Seiten des Ministeriums einen Schwerpunkt gebildet hat:
- Das BMWF hat - soweit finanziell möglich - "strukturierte
Doktoratsstudien (Programme oder Kollegs)" eingefordert und
unterstützt.
- Das BMWF hat bewusst den Einsatz von "Laufbahnstellen" befürwortet
und unterstützt.
- Das BMWF hat Karrieremodelle/Karriereschemata eingefordert bzw.
entsprechende Entwicklungsprozesse in Gang gesetzt.

Der im August 2012 angekündigte Ausbau der Doktoratsausbildung mit
zusätzlichen Mitteln in Höhe von 18 Millionen Euro ist die nächste
Stufe einer Forcierung der strukturierten Doktoratsausbildung und
eine wichtige Perspektive für angehende Wissenschaftler/innen in
Österreich. Mit den zusätzlichen Mitteln kann der FWF bis zu 100 neue
Stellen für Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen von
Doktoratskollegs und damit rund 100 neue Arbeitsplätze für den
wissenschaftlichen Nachwuchs schaffen. Doktoratskollegs sind
Ausbildungszentren für den hoch qualifizierten akademischen Nachwuchs
und verbinden Forschung mit Ausbildung durch Forschung. Es werden
Talente gefördert, in dem sich Doktoratsstudierende als "Early stage
researchers" durch die FWF-Finanzierung ganz auf ihre Forschung zur
Erlangung ihres Doktorgrades konzentrieren können. Gegenwärtig
existieren 32 FWF-Doktoratskollegs mit 379 Doktorats-Stellen, die vom
Wissenschaftsfonds direkt finanziert werden. Darüber hinaus hat der
FWF im Dezember 2012 zwei weitere Doktoratskollegs bewilligt, die im
Jahr 2013 starten werden.

"FWF-Doktoratskollegs haben zu neuen Qualitätsstandards in der
Betreuung von Dissertantinnen und Dissertanten in Österreich
geführt", so FWF-Präsident Kratky. "Diese Kulturänderung und der
große Erfolg dieser Initiative führt zur Frage, wie man die Kernidee
der FWF-Doktoratskollegs auf institutioneller Seite so
weiterentwickeln kann, dass das, was vom FWF 2004 begonnen wurde,
nachhaltig wirken kann. Ich bin voller Zuversicht, dass die vom BMWF
zusätzlich zur Verfügung gestellten Mittel in der Höhe von 18
Millionen Euro einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung der
DKs darstellen."

"Das allererste Kolleg Mitte der 90er Jahre, damals noch bekannt
unter dem Namen Wissenschaftskolleg WK01, war ein starker
Reformschritt für die Doktoratsausbildung. Die internationalen
Ausschreibungen brachten Studierende aus der ganzen Welt zu uns",
erläutert Renée Schroeder. "Die MFPL haben mittlerweile vier vom FWF
finanzierte Doktoratskollegs, welche einen starken Kollateralnutzen
für alle Studierende der MFPL haben. Denn jede Doktorandin und jeder
Doktorand kann die Angebote nutzen, was das Niveau der
wissenschaftlichen Ausbildung beträchtlich erhöht hat", sagt sie
weiter. Einen Wunsch hätte Schroeder zum Schluss trotzdem noch: "Die
Dauer der Finanzierung sollte auf die tatsächliche Dauer von 3,5 bis
4 Jahren für Doktorarbeiten im Gebiet der Molekularbiologie und
Biomedizin erhöht werden."

"Momentan bilden wir im Doktoratskolleg 'RNA Biologie' 40
Doktorand/innen aus, davon 14 vollfinanziert mit Geldern des FWF und
der beiden Unis", sagt Leiterin Andrea Barta. "Von den damit
einhergehenden Ausbildungsstrukturen, wie einem internationalen
Seminarprogramm, Workshops und PhD Symposia oder der Vortragsserie
'RNA Lecture' profitieren aber weit mehr Studenten, sowohl auf
Doktorats- als auch auf Master Level", erläutert Barta. Sie fügt
hinzu: "Die Doktoratskollegs haben somit einen strukturellen als auch
einen multiplikativen Effekt in der wissenschaftlichen
hochqualitativen Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden."

"Ich konnte durch meinen vom Doktoratskolleg finanzierten
sechswöchigen Aufenthalt im Labor von Professor Evgeny Nudler an der
New York University neue Methoden lernen und die praktische Erfahrung
in mein Labor hier in Wien zurückbringen", erzählt Nadia
Tukhtubaeva, Doktorandin im Doktoratskolleg "RNA Biologie". "Das
Doktoratskolleg hat es mir ermöglicht, die vorrübergehenden
Ergebnisse meiner Arbeit bei der großen 'Cell' Konferenz zu
funktionalen RNAs im Dezember 2012 in Spanien zu präsentieren. Ich
wurde seitdem ich das Angebot aus Wien erhielt administrativ
unterstützt und konnte mich so voll auf meine Forschung
konzentrieren."

Die Max F. Perutz Laboratories (MFPL) sind ein gemeinsames
Forschungs- und Ausbildungszentrum der Universität Wien und der
Medizinischen Universität Wien am Campus Vienna Biocenter. An den
MFPL sind rund 530 Wissenschafter/innen in über 60 Forschungsgruppen
mit Grundlagenforschung im Bereich der Molekularbiologie beschäftigt.

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