- 10.07.2012, 17:35:00
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bfi Wien ExpertenClub: Neue Trends am Arbeitsmarkt und im Recruiting
Mag. Günther Tengel, Geschäftsführer Amrop Jenewein: Personal- und Qualifikationsthemen werden immer wichtiger

Wien (OTS) - Auch zum Summer Special des bfi Wien ExpertenClubs in
Kooperation mit der Buchhandlung Manz kamen am 10.7.2012 wieder
zahlreiche Personalmanager/innen, Prokurist/innen,
Verkaufsleiter/innen und Geschäftsführer/innen aus unterschiedlichen
Branchen.
"Mit dem Format ExpertenClub bieten wir seit drei Jahren aktuelle,
spannende bis brisante Themen für Unternehmen an - eine Möglichkeit,
sich mit ausgewählten aktuellen Fragen zu Praxis und auch Theorie der
Personalarbeit bzw. mit Führungsthemen auseinander zu setzen, sich
mit erfahrenen Praktiker/innen auszutauschen, zu vernetzen", erklärte
Dr. Valerie Höllinger, kaufm. Geschäftsführerin des bfi Wien, in
ihrer Begrüßungsrede. "In diesem Jahr ist Change Management das
Thema. Es geht darum, sich den neuen Anforderungen der Wirtschaft zu
stellen, bzw. auf die Veränderungen des Arbeitsmarktes und im Bereich
HR zu reagieren. Auf das Recruiting im Change bezogen stellt sich die
Frage, auf welche Kompetenzen speziell bei neuen Mitarbeiter/innen
geachtet werden muss. Neben den fachlichen sind persönliche Skills,
Einstellungen und Haltungen im Umgang mit Veränderungen maßgeblich,
wie z.B. Analyse- und Innovationsbereitschaft, Konfliktmanagement bis
hin zur Freude an Neugestaltung", so Höllinger.
Diesmal war Mag. Günther Tengel, geschäftsführender Gesellschafter
von Amrop Jenewein und Chairman von Amrop Zentral- und Osteuropa, als
Experte geladen, um neue Trends am Arbeitsmarkt und im Recruiting
zur Diskussion zu stellen.
"Das Einstellen und Halten von Talenten ist wahrscheinlich das
Hauptthema des HR-Managements", stellte Tengel fest. Im Verlauf des
fesselnd-unterhaltsamen Vortrags ging er gleichwohl auf die
Bedürfnisse von Dienstnehmer/innen wie der anstellenden Unternehmen
ein, und behandelte die Probleme, Ängste und Anforderungen von
ungelernten Arbeiter/innen bis hinauf zum Top-Management bzw. auf
Vorstandsebene. Personal- und Qualifikationsthemen werden immer
wichtiger, hier seien Investitionen besonders effizient. Aber laut
einer Studie werde beim wichtigsten Thema zu wenig gemacht, bedauerte
Tengel. Die gegenwärtige Arbeitswelt zeichne sich u.a. dadurch aus,
dass es "einerseits viele Leute gibt, die schwer einen Job finden,
und andererseits Firmen geradezu händeringend nach den passenden
Mitarbeiter/innen suchen". Diese Situation werde sich weiter
verschärfen, und da laut Studien ein Drittel der Unternehmen sogar
überzeugt sei, "ihr Tempo nicht halten zu können", würden künftig
"abenteuerliche Preise für die in manchen Bereichen wenigen
Top-Qualifizierten bezahlt".
Es bestehe die Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Art,
"dass sich die Unternehmen eine hochqualifizierte, gut bezahlte
Kernbelegschaft und viele relativ leicht austauschbare
Dienstnehmer/innen" halten. Die Arbeitslosenproblematik werde sich
entsprechend verschärfen.
Für Personalisten machte Recruiting-Profi Günther Tengel einige
wichtige Punkte aus, die es besonders zu beachten gebe, z.B. den
demographischen Wandel und die damit verbundene Herausforderung, auch
firmenintern früh genug Nachwuchs für zentrale Stellen im Unternehmen
zu entwickeln. Die junge, aufstrebende Generation der frisch von den
Hochschulen kommenden Dienstnehmer/innen fordere, so Tengels nächster
Punkt, stark ihre "Work-Life-Balance" ein. Für eine dreimonatige
Auszeit, z.B. um dem Kanufahren am Amazonas zu frönen, seien sie
bereit, ihre Karrieren hinzuschmeißen - in der Überzeugung, danach
rasch wieder eine adäquate Anstellung zu finden und keinen
Karriereknick zu erleiden. "Die Botschaft für den Dienstgeber ist:
'Selber schuld, wenn du mir die Kanufahrt nicht anbietest'", hatte
Tengel die Lacher auf seiner Seite.
Schließlich nannte er "Talent Management" als ein weiteres Thema:
"Die Guten gehen woanders hin, die Exzellenten werden gar abgeworben,
die Mittelmäßigen bleiben dem Unternehmen treu" - die schlechten
Mitarbeiter/innen sind dann gar nicht mehr unbedingt das größte
Problem.
Wer sich als Dienstnehmer/in attraktiv machen will, dem sei aus
der Sicht des Experten zu empfehlen, sich nicht nur als Generalist in
allen Sparten zu kommunizieren sondern "fundiertes Fachwissen" zu
beweisen. Heißt umgekehrt, dass Personalisten "die inhaltliche
Substanz jedes Bewerbers massiv hinterfragen" müssen. Der langsam
nach Europa schwappende amerikanische Trend, dass alle Bewerbungen
nach demselben Schema gestaltet werden und die Bewerberinnen und
Bewerber zunehmend verwechselbar machen, erleichtere die
Personalauswahl nicht unbedingt - ebenso wenig, wie auf der anderen
Seite Jobausschreibungen, in denen "vollkommen unrealistische
Anforderungen gestellt werden". Zwei Empfehlungen in Richtung
Bewältigung des Change: Kooperation, offene Kommunikation und
Networking anstatt Konfrontation und Kampf sind gefragt. Und die
Führungskräfte sollten Branchen-, Rekonstruktions- und
Change-Erfahrungen mitbringen.
Mit ihren Stellungnahmen und Fragen nahmen die anwesenden Gäste
Tengels Fäden auf und sprachen angeregt über die Veränderungen der
Arbeitswelt und der Personalauswahl bzw. -entwicklung. Ein Anliegen
wurde aus der abschließenden Diskussion deutlich: Es ist für beide
Seiten - Arbeitsuchende wie Arbeitgebende - immens wichtig, ernst
genommen zu werden.
Und damit die Talente auch im Unternehmen bleiben, unterstützt das
bfi Wien mit dem Business Service die Unternehmen bei der
Personalentwicklung. Das erfordert eine strukturierte Vorgangsweise,
die richtigen Mitarbeiter/innen und Führungskräfte am richtigen Platz
mit den passenden Angeboten weiter zu entwickeln. Das kann auf
maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildung hinauslaufen, oder man wählt
aus den bestehenden Seminaren und Lehrgängen des bfi Wien
Kursprogramms aus.
Weitere Bilder unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3171
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Gabriele Masuch, bfi Wien, 1034, Alfred-Dallinger-Platz 1. 01/81178/10385, [email protected] - www.bfi-wien.at
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