- 28.02.2012, 11:12:03
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Pension neu: Antworten der Versicherungswirtschaft und vorläufige Ergebnisse 2011 - BILD

Wien (OTS) - "Erste Berechnungen zeigen für das Geschäftsjahr 2011
in der Lebensversicherungssparte einen Rückgang der Prämien, in der
Krankenversicherung und in der Schaden-Unfallversicherung wird ein
leichtes Plus verzeichnet.
Insgesamt vermerkt die österreichische Versicherungswirtschaft im
vergangenen Jahr einen Rückgang der Prämieneinnahmen um 1,7 Prozent
auf 16,464 Milliarden Euro. Die gesamten Versicherungsleistungen des
Jahres 2011 beliefen sich auf 12,323 Milliarden Euro - das ist ein
Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", so Dr. Louis
Norman-Audenhove, Generalsekretär des österreichischen
Versicherungsverbandes VVO.
Nach vorläufigen, ersten Prognosen wird das Gesamtprämienaufkommen
2012 um etwa 1,3 Prozent auf 16,679 Milliarden Euro ansteigen.
Lebensversicherung
Mit einem Minus von 7,5 Prozent verringerte sich das
Prämienvolumen der Lebensversicherung 2011 auf 6,989 Milliarden Euro.
Die laufenden Prämien stiegen mit einem Aufkommen von 5,612
Milliarden Euro um 1,6 Prozent. Gute Zuwächse gab es bei der
prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge: Mittlerweile bestehen bei den
heimischen Versicherungsunternehmen rund 1,495 Millionen Verträge (+
5,4 Prozent), das Prämienvolumen daraus beläuft sich auf rd. 1,015
Milliarden Euro (+ 4,8 Prozent). Die Einmalerläge verzeichneten mit
einem Prämienvolumen von 1,376 Milliarden Euro ein Minus von 32,2
Prozent. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 6,299
Milliarden Euro, das entspricht einer Steigerung von 9 Prozent, an
die Kundinnen und Kunden der Lebensversicherung ausgezahlt (nicht
erfasst sind die Zuführungen zu Rückstellungen für künftige
Leistungen bzw. Gewinnbeteiligungen).
Im Jahr 2012 dürfte die Lebensversicherung nach ersten Prognosen
Prämieneinnahmen von 6,956 Milliarden Euro (- 0,5 Prozent)
verzeichnen.
Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung versteht sich in Österreich als
komplementärer Partner der gesetzlichen Krankenversicherung. Über die
Sonderklassehonorare trägt sie wesentlich zum Erhalt erstklassiger
Medizin für alle Österreicherinnen und Österreicher bei. Damit wird
ein entscheidender Beitrag zur Qualität des heimischen
Gesundheitssystems geleistet.
Für 2011 weist die private Krankenversicherung ein voraussichtliches
Plus von 3,6 Prozent mit einem Gesamtprämienvolumen von 1,697
Milliarden Euro auf.
Die Leistungen nahmen um 1,2 Prozent auf 1,098 Milliarden Euro zu
(nicht erfasst sind die Zuführungen zu Rückstellungen für künftige
Leistungen bzw. Gewinnbeteiligungen).
Eine erste Prognose weist für die Krankenversicherung 2012 ein
Wachstum von rund 3,2 Prozent auf Gesamtprämien von 1,750 Milliarden
Euro aus.
Schaden-Unfallversicherung
Das Prämienvolumen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive
Kfz-Haftpflichtversicherung) wuchs 2011 auf 7,778 Milliarden Euro an
und zeigt somit eine Steigerung von 2,9 Prozent.
Die Leistungen in der Schaden-/Unfallversicherung verharren mit
4,927 Milliarden Euro auch im Jahr 2011 auf hohem Niveau. Der leichte
Rückgang der Versicherungsleistungen um 0,4 Prozent gegenüber dem
Vorjahr ist ausschließlich auf das Ausbleiben von großen
Naturkatastrophen in Österreich im vergangenen Jahr zurückzuführen.
Der generelle Trend der vergangenen Jahre weist jedoch stetig
steigende Leistungen in der Schaden-Unfallversicherung aus.
Für 2012 wird ein Prämienwachstum der Schaden-Unfallversicherung um
ca. 2,5 Prozent auf 7,973 Milliarden Euro prognostiziert.
Altersvorsorge sichert Generationenvertrag: Im Schulterschluss zur
Sicherung des Pensionssystems
Neben den aktuellen globalen Kapitalmarktturbulenzen stellen auch
absehbare demographische Entwicklungen das heimische
Altersvorsorgesystem vor neue Herausforderungen. Mit einer
kapitalgedeckten Brückenpension sollen die erste Säule gestützt und
künftige Generationen entlastet werden.
"Durch das 'neue Modell' der Altersvorsorge wird der
Generationenvertrag nicht nur wiederbelebt, sondern nachhaltig
gefestigt", erklärte Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der
Allianz Gruppe in Österreich und Präsident des Verbandes der
Versicherungsunternehmen Österreichs VVO.
Erste Säule braucht Entlastung
Der Nettobeitrag des Bundes zur Pensionsversicherung steigt
jährlich an: Im Jahr 2010 übertraf dieser erstmals 8 Milliarden Euro.
Darüber hinaus sind auch für die Sozialversicherung immer deutlichere
Finanzierungsengpässe zu erwarten. Mit dem Stabilitätspaket sollen
nun Bemühungen gesetzt werden, das reale Pensionsantrittsalter zu
erhöhen, wodurch die Pensionslücke jener, die trotzdem früher in den
Ruhestand gehen möchten, größer wird. Die Lebenserwartung steigt,
Österreicher sind durchschnittlich 23 Jahre in Pension und damit
"Vize-Europameister". Die demographischen Entwicklungen verschärfen
die Belastung für die erste Säule: Ab 2015 gehen erstmals mehr
Menschen in Pension, als Junge in den Arbeitsmarkt eintreten, im Jahr
2030 wird jeder dritte Österreicher älter als 60 Jahre alt sein. Das
Problem wäre gelöst, wenn alle Arbeitnehmer zum gesetzlichen
Pensionsantrittsalter in Pension gingen. "Statt den Teufelskreis der
Lastenverteilung auf die jüngere Generation zu intensivieren, möchten
wir das Vertrauen in unser Pensionssystem stärken", so Littich.
Neues Modell durch Schulterschluss
Dazu seien Kapitaldeckung und Umlageverfahren im Schulterschluss
notwendig: Budgetlücken der öffentlichen Hand werden mit
durchgehenden Beitragsleistungen bis zum gesetzlichen Pensionsalter
geschlossen. Die Brückenpension zwischen gesetzlichem und
tatsächlichem Pensionsantrittsalter wird durch kapitalgedeckte
Vorsorge finanziert. Der Clou: Die Brückenpension selbst finanziert
die Sozialversicherung: Der Bürger zahlt weiter Beiträge in die
Sozialversicherung ein (Selbst- bzw. Weiterversicherung in der
Kranken- und Pensionsversicherung), und zwar bis zum Alter von 65
Jahren - bzw. je nach gesetzlichem Pensionsantrittsalter. Dies führe
zu einer Planbarkeit der Einkünfte für die Sozialversicherung, damit
einer Stärkung der ersten Säule. Langfristig räume diese Lösung der
öffentlichen Hand die Möglichkeit ein, gesetzliche Rahmenbedingungen
zu ändern, wie etwa durch sukzessives Anheben des Antrittsalters
gemäß demographischer Erfordernisse. "Mit dem neuen Modell kann die
öffentliche Hand mit dem demographischen Wandel Schritt halten und
das System darauf adaptieren", so Littich.
Individuelles 3-Säulen-Modell sichert gesetzliche
Pensionsversicherung
Beim Einzelnen werden Vorsorgelücken durch ein Kombinationsmodell
aus Umlageverfahren und Kapitaldeckung geschlossen. Ein vorzeitiger
Austritt aus dem Erwerbsleben wird bis zum Antritt der gesetzlichen
Pension durch eine Brückenpension ermöglicht - auch eine Rente ohne
Einkommensverlust kann erreicht werden. "Das individuelle
3-Säulen-Modell wird damit Realität", so Littich, "mit der neuen
Lösung kann jeder Bürger sein Pensionsantrittsalter frei wählen, ohne
das System zu belasten! Mit entsprechender Kapitaldeckung ist es
möglich, mit 59 ohne Einkommensverlust in Pension zu gehen." Um das
Pensionssystem nachhaltig zu sichern, seien keine gesetzlichen
Änderungen notwendig. "Das ist eine klare Win-Win-Situation. Der
Staat profitiert von Planungssicherheit, der Bürger darf sein
Pensionsantrittsalter frei und individuell wählen, auf Basis
transparenter Entscheidungskriterien. Der Schulterschluss zwischen
erster Säule und betrieblicher und privater Altersvorsorge sichert
den Generationenvertrag, und zwar nachhaltig", so Littich
abschließend.
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Rückfragehinweis:
VVO Versicherungsverband Österreich Mag. Dagmar HAUSER T.: 01/711 56/289 F.: 01/711 56/280 E.: [email protected] www.vvo.at
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