- 03.02.2012, 13:35:53
- /
- OTS0161 OTW0161
Safer Internet Day 2012: Österreichs Eltern haben Nachholbedarf bei Interneterziehung
Staatssekretär Josef Ostermayer für mehr Medienkompetenz und Internetsicherheit

Wien (OTS) - Österreichs Kinder sind immer früher im Internet.
Damit sie das Web sicher nutzen und lernen, die Konsequenzen ihres
Handelns im Netz zu bedenken, sind besonders die Eltern immer stärker
gefordert. Im Alltag kommt die Medienerziehung allerdings oft zu
kurz. Das zeigt eine aktuelle Studie von Saferinternet.at, die heute
im Vorfeld des Safer Internet Day im Bundeskanzleramt präsentiert
wurde. Das Bundeskanzleramt und Saferinternet.at informierten über
den am 7. Februar 2012 stattfindenden Aktionstag und sprachen sich
für eine weitere Förderung von Medienkompetenz und Verbesserung der
Internetsicherheit aus.
Für Österreichs Kinder gehört das Internet immer mehr zum Alltag.
Die sichere und verantwortungsvolle Nutzung digitaler Medien will
daher gelernt sein und ist eine wichtige Erziehungsaufgabe. Im Alltag
kommt die Interneterziehung jedoch oft zu kurz. Daher ruft
Saferinternet.at im Rahmen des Safer Internet Day Eltern dazu auf,
sich stärker für die verantwortungsvolle Internetnutzung ihrer Kinder
zu engagieren und sie beim Einstieg in die Online-Welt zu begleiten.
Josef Ostermayer, Staatssekretär für Medien und Koordination im
Bundeskanzleramt: "Die Bedeutung des kompetenten und sicheren Umgangs
mit Online-Medien muss verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt
werden. Eltern sind aufgerufen, sich intensiver mit der
Internetnutzung ihrer Kinder auseinanderzusetzen. Dabei dürfen sie
jedoch nicht allein gelassen werden: Auch Schulen, Wirtschaft und
Politik müssen ihre Verantwortung für die Verbesserung der
Medienkompetenz und Internetsicherheit wahrnehmen."
Aktuelle Studie gibt Einblick in den Internetalltag von Österreichs
Familien
Die österreichische Initiative Saferinternet.at beauftragte das
market Institut mit einer Studie zum Thema "Eltern und
Interneterziehung". In persönlichen Interviews wurden 420 Eltern aus
ganz Österreich mit Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren zu ihren
Erfahrungen, Sorgen sowie Wünschen rund um das Thema
Interneterziehung befragt.
Größte Probleme: Zu langes Surfen und hohe Handyrechnungen
Die Hälfte der Eltern von Kindern zwischen 11 und 16 Jahren hat
immer wieder Schwierigkeiten rund um die Internet- und Handynutzung
ihres Kindes. Das Hauptproblem aus Sicht der betroffenen Eltern: Ihre
Kinder verbringen zu viel Zeit vor dem Bildschirm (54%). Mit
deutlichem Abstand folgen hohe Handyrechnungen, die in mehr als jeder
dritten Familie (38%) Streitpotenzial bieten. Zu den weiteren
Problemen der Eltern zählen das Ansehen ungeeigneter Online-Inhalte
(23%), nicht altersadäquate Computerspiele sowie Computer-Viren (je
20%) und das Preisgeben von persönlichen Daten im Internet (14%).
Theorie vs. Praxis: Eltern werden ihren eigenen Ansprüchen nicht
gerecht
Das Um und Auf bei der Interneterziehung: Interesse an den
Aktivitäten im Web zeigen und mit den Kindern über das Erlebte
sprechen. Viele Eltern sind sich dessen bewusst - jedoch "hinken" sie
ihren eigenen Ansprüchen in der Realität oftmals hinterher. Während
88 Prozent der befragten Eltern angeben, dass sie darüber Bescheid
wissen sollten, was ihre Kinder im Internet machen, zeigt die Praxis
ein anderes Bild: Nur etwas mehr als die Hälfte kann auch wirklich
behaupten, dass dies in der Realität zutrifft. Immerhin 77 Prozent
der Eltern sagen, dass man regelmäßig mit den Kindern die Risiken des
Internet besprechen sollte. Doch nur 46 Prozent setzen dies im Alltag
auch in die Tat um. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Gesprächen über
die Erlebnisse im Internet: Während 70 Prozent der Eltern voll und
ganz zustimmen, dass man mit Kindern über ihre Erlebnisse im Internet
sprechen sollte, finden solche Gespräche nur in knapp vier von zehn
Elternhäusern regelmäßig statt.
Bernhard Jungwirth, Projektleiter Saferinternet.at, erklärt:
"Diese Zahlen zeigen, dass eigene Ansprüche der Eltern und Realität
stark voneinander abweichen. Viele Probleme, die Eltern rund um die
Internet- und Handynutzung ihrer Kinder haben, können leicht gelöst
werden, wenn sie sich für die Aktivitäten ihres Kindes im Internet
mehr interessieren und regelmäßig mit ihnen über positive und
negative Erfahrungen sprechen."
Viele Eltern surfen nie oder nur selten gemeinsam mit dem Kind
Gerade bei den Jüngsten ist es wichtig, dass die Eltern sie beim
Einstieg in die Online-Welt begleiten. Allerdings zeigen sich hier
große Defizite: 18 Prozent der befragten Eltern von Kindern im Alter
von 6 bis 13 Jahren haben ihr Kind noch nie bei der Internetnutzung
begleitet. Weitere 27 Prozent geben an, nur selten mit dem Kind im
Internet zu surfen.
Zwei Drittel der Eltern vereinbaren Regeln rund um die
Internetnutzung
Das gemeinsame Vereinbaren von Regeln für den Umgang mit dem
Internet unterstützt Eltern im Erziehungsalltag. Diese sind dann
wirksam, wenn sie von den Kindern verstanden und akzeptiert werden.
Fast zwei Drittel der österreichischen Eltern vereinbaren gemeinsam
mit ihrem Kind Regeln rund um die Internetnutzung. Zu diesen zählen
zum Beispiel, dass das Kind nicht (alleine) online einkaufen darf,
die zeitliche Beschränkung der Nutzungsdauer, ein Verbot, persönliche
Daten preiszugeben, aber auch das Herunterladen von Filmen oder
Videos ohne Erlaubnis sowie ein Verbot, bestimmte Websites zu
besuchen.
Österreichs Eltern haben Informationsbedarf
Fast die Hälfte der befragten Eltern (45%) wünscht sich mehr
Informationen zum Thema "Kinder und Internetsicherheit". Vor allem
bei den Themen Privatsphäre und Datenschutz sowie Abzocke-Fallen und
Cyber-Mobbing haben sie Informationsbedarf. Befragt nach den
bevorzugten Informationskanälen liegt bei Österreichs Eltern das
Fernsehen an der Spitze, knapp gefolgt von der Schule sowie
Tageszeitungen und Magazinen.
"Eltern nehmen beim Thema Medienkompetenz eine wichtige
Vorbildrolle ein. Nur wenn sie selbst 'internetfit' sind und über die
Risiken und Gefahren im Internet Bescheid wissen, können sie ihre
Kinder zielgerichtet unterstützen", erläutert Andreas Wildberger,
Generalsekretär des Verbands der Internet Service Provider
Österreichs (ISPA), einem langjährigen Projektpartner von
Saferinternet.at.
Über 10.000 Eltern besuchten 2011 Saferinternet.at-Workshops -
Angebot wird weiter ausgebaut
Im Rahmen des 9. Safer Internet Day am 7. Februar 2012 präsentiert
die Initiative Saferinternet.at ein umfassendes Informationspaket für
Eltern, das neben Ratgebern auch praktische Tipps für den Alltag
beinhaltet. Darüber hinaus verrät ein neuer Elterntest auf
www.saferinternet.at, welcher "Elterntyp" man bei der
Interneterziehung ist.
Doch nicht nur rund um den Safer Internet Day wird
Internetsicherheit und Medienkompetenz bei Saferinternet.at
großgeschrieben. Die EU-Initiative unterstützt Österreichs Eltern das
ganze Jahr über mit umfassenden Informationsangeboten. Alleine im
Jahr 2011 wurden 10.200 Eltern im Rahmen von Workshops und
Veranstaltungen informiert. Diese können auf www.saferinternet.at
gebucht werden. Das Veranstaltungsservice wird 2012 weiter ausgebaut.
2012 stellt Saferinternet.at außerdem den neuen Elternratgeber
"Handy, Smartphone & Co" vor.
Download-Hinweise:
- Die Ergebnisse zur Studie "Eltern & Interneterziehung" sowie
weitere Informationen zum Safer Internet Day 2012 und zur EU
Initiative Saferinternet.at sind unter
www.saferinternet.at/presse/sid2012 abrufbar.
- Bilder der Pressekonferenz sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes kostenfrei abrufbar:
http://fotoservice.bundeskanzleramt.at
Über Saferinternet.at
Saferinternet.at unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern und
Lehrende bei der sicheren Nutzung des Internet und liefert hilfreiche
Tipps und Hilfestellungen zu Themen wie Soziale Netzwerke,
Datenschutz, Jugendschutz, Computerspiele, Online-Shopping,
Virenschutz, Medienerziehung etc. Die Initiative wird vom
ACR-Mitglied Österreichisches Institut für angewandte
Telekommunikation (ÖIAT) in Kooperation mit dem Verband der Internet
Service Providers Austria (ISPA) koordiniert und in Zusammenarbeit
mit der öffentlichen Hand, NGO und der Wirtschaft umgesetzt. Die
Finanzierung erfolgt durch das "Safer Internet Programm" der
Europäischen Union, das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und
Kultur, das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, und
Sponsoren aus der Wirtschaft wie Microsoft Österreich und A1.
Detaillierte Informationen zu allen Aktivitäten von Saferinternet.at
gibt es unter www.saferinternet.at. Für Fragen und Anregungen zu
Saferinternet.at können sich Interessierte per E-Mail an
[email protected] wenden.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Bernhard Jungwirth Koordinator Saferinternet.at c/o Österr. Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) Tel.: (01) 595 21 12 - 0 E-Mail: [email protected] Web: www.oiat.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SKI






