- 27.01.2012, 11:01:34
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Mitterlehner/Berlakovich: Neue Förderoffensive für thermische Sanierung startet am 1. Februar
100 Millionen Euro forcieren Energiesparen, Klimaschutz, Wachstum und Arbeitsplätze - Neuer Bonus für Sanierung denkmalgeschützter Gebäude und Öko-Dämmstoff-Einsatz

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Energieminister Reinhold
Mitterlehner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich haben am Freitag
in einer Pressekonferenz die neue Förderoffensive für die thermische
Sanierung mit einem Volumen von 100 Millionen Euro präsentiert. Für
den privaten Wohnbau stehen 2012 erneut 70 Millionen Euro zur
Verfügung, für Betriebe 30 Millionen Euro. "Die thermische Sanierung
schafft eine Win-Win-Win-Situation für Umwelt, Wirtschaft und
Hausbesitzer. Der Treibhausgas-Ausstoß sinkt, es entstehen tausende
Green Jobs und auch die Wohnenden profitieren durch mehr
Lebensqualität und geringere Heizkosten", so Berlakovich und
Mitterlehner unter Verweis auf die Ziele der Energiestrategie
Österreich.
"Allein im Vorjahr haben wir mit einem Fördervolumen von 100
Millionen Euro Investitionen von rund 860 Millionen Euro ausgelöst
und rund 12.500 Arbeitsplätze gesichert und geschaffen", sagte
Mitterlehner. "Jeder investierte Euro hilft beim Energiesparen und
schafft einen Mehrwert für Wachstum und Beschäftigung. Der
Sanierungsscheck ist daher eine effiziente und richtig dimensionierte
Zukunftsinvestition mit starken Konjunktureffekten", sagte
Mitterlehner.
"Mit den 2011 genehmigten Projekten wird auch ein beachtlicher
Umwelteffekt erreicht - eine Einsparung von insgesamt 4,4 Millionen
Tonnen CO2. Drei Viertel davon entfallen auf private Haushalte, ein
Viertel auf Betriebsgebäude. Derartig sinnvolle Investitionen wollen
wir auch 2012 ermöglichen - im Sinne von Ökologie und Ökonomie.
Energie sparen, heißt Geld und CO2 sparen. Jedes sanierte Haus ist
ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Energieautarkie
Österreichs", unterstrich Berlakovich.
Neue Förderanträge stehen schon ab dem 1. Februar zur Verfügung und
können ab dem 20. Februar direkt bei den Banken und Bausparkassen
eingereicht werden. Für umfassende thermische Sanierungen von über 20
Jahre alten Gebäuden werden Zuschüsse von bis zu 5.000 Euro vergeben.
Dazu kommen mögliche Zuschüsse von bis zu 1.500 Euro für die
Umstellung auf umweltfreundliche Heizsysteme. "Je umfangreicher die
Sanierung, desto höher ist der Zuschuss", erläuterten Mitterlehner
und Berlakovich. Teilsanierungen werden mit bis zu 3.000 Euro
unterstützt, wenn der Heizwärmebedarf um mindestens 30 Prozent
verringert wird. Neu ist, dass 2012 auch bei Teilsanierungen mit
einer 20-prozentigen Energieeinsparung eine Förderung von 2.000 Euro
gewährt wird. Damit sollen auch Sanierungen, die in Etappen
durchgeführt werden (zum Beispiel in einem Jahr nur die Fenster, nach
zwei Jahren die Wärmedämmung) unterstützt werden. Die Verbesserung
der Energieeffizienz ist jeweils via Energieausweis darzustellen.
Bonus für Öko-Dämmstoffe und denkmalgeschützte Gebäude
Auf Initiative von Berlakovich und Mitterlehner wurden in den
Förderrichtlinien neue Boni verankert: Bei der Verwendung von
Öko-Dämmstoffen (aus nachwachsenden Rohstoffen oder mit
Umweltzeichen) gibt es einen Bonus von 500 Euro. Für die Sanierung
denkmalgeschützter Gebäude können zusätzlich 2.000 Euro abgeholt
werden. Bei entsprechenden Teilsanierungen braucht es keinen
Energieausweis, sondern genügt eine Bestätigung des
Bundesdenkmalamtes über die "Vertretbarkeit" der Maßnahme. Ein
Energieausweis ist hier nur bei umfassenden Sanierungen vorzulegen.
Der Zuschuss dafür beträgt dann 7.000 Euro. "Bei gleichzeitiger
Heizungsumstellung (+1.500 Euro) und Verwendung ökologischer
Baustoffe (+500 Euro) kann die Förderhöhe auf 9.000 Euro bzw. maximal
20 Prozent der Investitionskosten steigen", unterstrich Berlakovich.
"Mit der Ausweitung auf denkmalgeschützte Gebäude können wir einen
Beitrag zur Revitalisierung der alten Bausubstanz in Ortskernen
leisten. Damit erreichen wir gerade in den Regionen einen
Wertschöpfungseffekt", so Mitterlehner.
Erleichterungen für Sanierer im mehrgeschossigen Wohnbau
Neu sind auch zusätzliche Erleichterungen für Sanierer im
mehrgeschossigen Wohnbau. 2011 musste für eine Gesamtsanierung ein
einstimmiger Eigentümer-Beschluss vorliegen, um in den Genuss der
Förderung zu kommen. Künftig wird auch ein Mehrheitsbeschluss
ausreichen, sobald dieser nicht mehr rechtlich anfechtbar ist.
Darüber hinaus sinkt die Mindestanforderung bei Teilsanierungen von
15 auf zehn Prozent Energieeinsparung, was die Förderbarkeit des
alleinigen Fenstertausches erleichtert.
Für Mieter in mehrgeschossigen Wohnbauten gilt folgende Neuregelung:
Bei einer Generalsanierung kann durch Abschluss einer
Sanierungsvereinbarung zwischen dem Vermieter und allen Mietern die
damit üblicherweise verbundene befristete Erhöhung des Mietzinses
(meist zehn Jahre) durch die Förderung verringert werden. Der
Vermieter bekommt die Förderung überwiesen und hat dafür zu sorgen,
dass diese in der Berechnung der Miethöhe den Mietern zugutekommt.
Damit sollen Vorzieheffekte bei Sanierungen im mehrgeschossigen
Wohnbau ausgelöst werden, auch wenn die Mietzinsreserve allein nicht
für eine Generalsanierung ausreichen würde. Bisher konnten Mieter nur
beim Fenstertausch von der Förderung profitieren, aber nicht bei
einer Gesamtsanierung.
Bilanz: Nachhaltige Effekte durch richtig dimensionierte Förderaktion
2011
Die Vorjahresbilanz mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 860
Millionen Euro verdeutlicht die nachhaltigen Effekte der Initiative:
Allein mit den 70 Millionen Euro für den Privaten Wohnbau wurden rund
17.500 Häuser und Wohnungen saniert und Investitionen von rund 690
Millionen Euro ausgelöst. Angesichts dieser Hebelwirkung hat jeder
Fördereuro zehn Euro an Investitionen gebracht. Die durchschnittliche
Investitionssumme lag 2009 noch bei 33.500 Euro, 2011 aber schon um
20 Prozent höher bei rund 40.000 Euro, so Mitterlehner. Darüber
hinaus können mit den 30 Millionen für Unternehmen 800
Betriebsgebäude saniert werden, was Investitionen von 170 Millionen
Euro bringt.
"Besonders positiv ist, dass bereits zwei Drittel der Projekte
Gesamtsanierungen sind", zeigte sich Berlakovich über den Erfolg der
Aktion erfreut. Um die dafür nötige Energiekennzahl zu erreichen,
müssen im Regelfall nicht nur die Fenster getauscht, sondern auch die
Außenhülle oder die Geschoßdecken gedämmt werden. Dazu kommt, dass
der Anteil der Mieter oder Eigentümer, die ihre Wohnungen in einem
Mehrparteienhaus saniert haben, durch erleichterte Förderkriterien
auf 28 Prozent an den beantragten Förderungen gestiegen ist.
Förderungen für Unternehmen richten sich nach
Sanierungsqualität
Unternehmen können ihre Förderanträge ab 20. Februar online bei der
KPC-Kommunalkredit Public Consulting (www.publicconsulting.at)
stellen. Die Förderung für Sanierungen von über 20 Jahre alten
Gebäuden (bisher mindestens 10) beträgt bis zu 35 Prozent der
förderfähigen Kosten. Die Höhe der Auszahlungen orientiert sich an
der Sanierungsqualität und dem sinkenden Heizwärme- und Kühlbedarf.
Einen Zuschlag gibt es für die Kombination von Sanierungsmaßnahmen
mit technischen Verbesserungen zur effizienteren Nutzung von Energie.
Alle Details zur Förderoffensive gibt es ab dem 1. Februar auf der
Webseite http://www.sanierungsscheck2012.at/
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