• 24.10.2011, 12:12:35
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Mitterlehner: Neuer Jugendmonitor verdeutlicht Reformbedarf bei Pensionen und Pflege

Mitterlehner für nachhaltige Sicherung der Altersversorgung durch mehr Transparenz und klares Bonus-Malus-Modell - 73 Prozent der Jugendlichen wollen Reformen im Pensionssystem

Wien (OTS/BMWFJ) - Familien- und Jugendminister Reinhold
Mitterlehner betonte am Montag bei der Präsentation des neuen
BMWFJ-Jugendmonitors die steigende Bedeutung einer
zukunftsorientierten Sicherung des Pflege- und Pensionssystems. "Die
Ergebnisse des Jugendmonitors verdeutlichen den Handlungsbedarf für
eine nachhaltige Sicherung der Altersversorgung", sagte Mitterlehner
bei einem Pressegespräch mit dem Politik- und
Kommunikationswissenschaftler Peter Filzmaier. So sind 73 Prozent der
800 befragten 14- bis 24-Jährigen der Meinung, dass grundlegende
Reformen im Pensionssystem nötig sind. Beinahe zwei Drittel der
Jugendlichen denken nicht, dass sie mit der Pension durch den Staat
einmal ihr Leben finanzieren werden können. Von diesen 65 Prozent
befürchtet die Hälfte gar überhaupt keine staatliche Pension mehr zu
bekommen. Darüber hinaus spricht sich eine Mehrheit von 54 Prozent
für eine häusliche Betreuung älterer Familienmitglieder aus.

Besonders große Handlungsnotwendigkeiten sieht Mitterlehner im
Pensionssystem. "Ohne Gegenmaßnahmen gefährden wir nicht nur die
Pensionen der nächsten Generationen, sondern berauben uns auch des
budgetären Spielraums für Zukunftsinvestitionen", betonte
Mitterlehner. Daher ist Mitterlehner für ein nachhaltiges
Pensionssystem, das mit Automatik-Elementen wie in vorbildlichen
Ländern wie Finnland oder Schweden ausgestattet ist, die bei der
Eindämmung der Kosten äußerst erfolgreich sind. Zugleich ist
Mitterlehner dafür, das heimische Pensionssystem zu vereinfachen und
transparenter zu machen. Daher sollten die Parallelrechnung früher
als geplant abgeschafft und die bisher erworbenen Ansprüche auf ein
Pensionskonto übertragen werden. "Auf dieser Basis lässt sich ein
Bonus-Malus-Modell mit gezielten Anreizen und Einschränkungen
etablieren, um eine echte Motivation für längere Erwerbsarbeit zu
setzen", so Mitterlehner. Die Ansatzpunkte des kürzlich präsentierten
Sozialpartner-Pakets hält Mitterlehner für richtig, diese sollten
aber nur einen Zwischenschritt darstellen. Als besonders positiv
wertet Mitterlehner die geplante Schaffung eines
"Rehabilitationsgeldes", das an die Stelle der befristeten
Invaliditätspension treten soll.

Im OECD-Vergleich liegt Österreich mit einem faktischen
Pensionsantrittsalter von 58,2 Jahren an vorletzter Stelle. "Wir
hinken dem internationalen Schnitt und Ländern wie Deutschland und
Schweden weit hinterher", so Mitterlehner. Zudem verkürzte sich die
Erwerbszeit seit 1970 von 43 Jahren auf 35 Jahre, während die
Versorgungszeit (Kindheit, Ausbildung, Pension) von 34 Jahren auf 48
Jahre stieg. "Die Menschen sind immer länger in Ausbildung und in
Pension, während die Phase der Erwerbstätigkeit zurückgeht. Das ist
auch angesichts des demographischen Wandels und des zunehmenden
Fachkräftebedarfs ein Alarmsignal", so Mitterlehner.

Pflege: Neuer Schwerpunkt für altersgerechte Sanierung als Ziel

Im Pflegebereich zeigt der Jugendmonitor, dass junge Menschen ihre
älteren Familienmitglieder vor allem zuhause betreut wissen wollen.
"Neben der Forcierung der mobilen Pflege sollte verstärkt in eine
altersgerechte Sanierung von Gebäuden investiert werden. Wir müssen
darauf achten, dass wir bis zum nächsten Finanzausgleich das
gesellschaftspolitische Klima so aufbereitet haben, dass wir dort die
entsprechenden Weichen in diese Richtung stellen können", so
Mitterlehner. Zusätzlich zu einer stärkeren Schwerpunktsetzung bei
den bestehenden Fördermodellen der Länder könnte nach dem Auslaufen
der jetzigen Bundes-Förderaktion für die thermische Sanierung im Jahr
2014 auch eine eigene Förderschiene für "barrierefreies Sanieren"
geschaffen werden, wenn die budgetären Mittel dafür vorhanden sind.

Bis zum Jahr 2050 wird es laut Statistik Austria um 650.000 mehr
Über-80-jährige als derzeit geben. Müssten davon zehn Prozent in
Pflegeheimen versorgt werden (65.000 Plätze), würden schon auf
derzeitiger Kostenbasis einmalige Errichtungskosten von 5,5
Milliarden Euro und jährliche Pflegepersonalkosten von 1,6 Mrd. Euro
anfallen, so eine Studie von Leitner Consult zum Thema
"Volkswirtschaftlicher Vergleich von altengerechten
Wohnversorgungstypen". Die günstige Alternative zum Neubau von
Pflegeheimen ist, dass Eigenheime oder Wohnungen barrierefrei
gestaltet werden. Gleichzeitig können wir damit den Menschen ein
würdiges Altern in ihrer vertrauten Umgebung erleichtern", so
Mitterlehner.

Filzmaier: "Realistisches Problembewusstsein der Jugendlichen"

Für den Politik- und Kommunikationswissenschaftler Peter Filzmaier
zeigen die Ergebnisse des Jugendmonitors, dass die Befragten sehr
realistische Einschätzungen über die Folgen des demographischen
Wandels haben. "Es gibt ein großes Problembewusstsein, das aber auch
nach Dialog fragt", sagt Filzmaier. So sind die Jugendlichen
überwiegend der Meinung, dass sie von der Erfahrung älterer Menschen
profitieren können. Und immerhin 71 Prozent stimmen der Aussage zu,
dass ältere Arbeitnehmer aufgrund ihrer Erfahrung wichtige
Mitarbeiter sind und lange berufstätig bleiben sollen. Knapp die
Hälfte der befragten 14- bis 24-Jahrigen denkt zudem schon jetzt
darüber nach, wie sie ihre Eltern einmal betreuen können.

Als besonders erfreulich bewerten Mitterlehner und Filzmaier, dass
rund drei Viertel der Jugendlichen trotz der unsicheren
internationalen Lage den nächsten Monaten zuversichtlich entgegen
sehen und optimistisch gestimmt sind. Dabei sind Jugendliche im Alter
von 14 bis 17 Jahren mit 86 Prozent noch deutlich optimistischer als
18- bis 24-Jährige.

Mit dem Jugendmonitor des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie
und Jugend (BMWFJ) werden die Meinungen und Einstellungen der Jugend
zu wechselnden Schwerpunktthemen erfasst. Dabei befragt das Institut
für Strategieanalysen von Peter Filzmaier jeweils 800 Personen, die
repräsentativ für die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen sind.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecher des Bundesministers:
   Mag. Waltraud Kaserer
   Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
   mailto:[email protected]
   www.bmwfj.gv.at
   
   Mag. Volker Hollenstein
   Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
   [email protected]

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