• 13.10.2011, 17:53:09
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"The Excitement Continues" im Leopold Museum

2. Ausstellung zum 10 Jahres-Jubiläum präsentiert

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2360/
Ausstellungkurator Dr. Franz Smola führt die Mitglieder des  Leopold Museum Freundevereins durch die Ausstellung "The Excitement Continues". Im Hintergrund Werke von Josef Kern (c) VBK, Wien 2011.

Wien (OTS) - Ab 14.10. zeigt das Leopold Museum eine Auswahl
zeitgenössischer Kunst aus der geheimnisumwitterten Privatsammlung
der Familie Leopold. Am Mittwoch hatte der Freundeverein des Museums
zur Führung geladen, gestern, Donnerstag folgte die gut besuchte
Pressekonferenz.

"The Excitement Continues" ist das Motto der neuen Ausstellung im
Leopold Museum. Die Schau gibt mit rund 140 Arbeiten zum ersten Mal
einen umfassenden Einblick in den Bestand zeitgenössischer Kunst aus
der Privatsammlung der Familie Leopold, der sogenannten Sammlung
Leopold 2. Prof. Rudolf Leopold hatte diese Bilder nach Gründung des
Museums erworben. Etwa 5 Millionen Euro standen ihm jährlich aus
jener Summe, die er für die Sammlung 1 erhalten hatte für Neuankäufe
zur Verfügung.

Der Titel der Ausstellung geht auf ein Zitat Rudolf Leopolds
zurück, der einst in Bezug auf Kunstankäufe meinte: "Was mich nicht
erregt, das interessiert mich nicht." Leopold Museum Managing
Director Peter Weinhäupl konnte für die Gestaltung der Schau
Architekt Laurids Ortner gewinnen. Er schuf aus schlichten
naturbelassenen Europaletten monumentale Wände, die eine geradezu
"Broadway-artige" Bühne für die heterogene Sammlung bilden. Laut
Laurids Ortner sei bewusst "alles in Schwebe", unfertig, habe man
doch eben erst begonnen, sich intensiv mit der Sammlung auseinander
zu setzen. Durch das ruppige Material würden viele Bilder zu leuchten
beginnen, etwa ein Muehl "der über den Rahmen hinausstrahlt." Die
Wände seien "sanfte Protektoren" für die Bilder, erläuterte Ortner.

Franz Smola, der die Ausstellung mit Diethard Leopold kuratierte,
erinnerte anlässlich der Pressekonferenz an erste Einblicke in die
Sammlung zeitgenössischer Kunst Prof. Leopolds, jene Auswahl die zur
Eröffnung des Hauses 2001 gezeigt wurde. Damals standen allerdings
die Bilder der Sammlung 1, des Museumsbestandes im Mittelpunkt. Seit
damals hatten persönliche Vorlieben zu eher spontanen Ausstellungen
zeitgenössischer Kunst geführt, etwa zu Horst Janssen, Karl Anton
Fleck oder Linde Waber. Die aktuelle Ausstellung vermittelt einen
Eindruck von der Vielfalt und Kompromisslosigkeit der Sammeltätigkeit
von Rudolf Leopold, abseits jedes Mainstreams und mit großem Gespür
für Qualität und Individualität. Smola erinnert sich, wie er mit
Diethard Leopold nach Grinzing in das Haus der Leopolds pilgerte und
verblüfft über den Umfang des Sammlungsbestandes war. Wobei sich ein
Großteil der Werke, die etwa ein Fünftel der Sammlung 2 ausmachen,
auf die Zeit von ca. 1980 bis 2008 konzentrieren. Gegenständliche
Kunst steht im Vordergrund, starke Farbigkeit ist ebenso zu finden
wie Werke, die sich ganz auf die Linie konzentrieren. Die Komposition
scheint immer im Vordergrund zu stehen und auch die Sinnlichkeit
kommt nicht zu kurz. Viele neuere Arbeiten spiegeln fotorealistische
Tendenzen wieder. Das Frauenbildnis bildet einen eindeutigen
Schwerpunkt. Jedenfalls sei es eine Ausstellung "voller
Widersprüche", so Smola. Die kunsthistorische Struktur finde man im
Katalog wieder, man hätte ja auch wahrlich Feldforschung betreiben
müssen, meinte der Kurator. Der Katalog bietet auch Interviews mit
Künstler über ihre Beziehung zu Rudolf Leopold, die gleichsam als
Hommage gesehen werden können.

Für Co-Kurator Diethard Leopold, der speziell für die
ausgeklügelte Hängung verantwortlich zeichnet, ist die Schau bereits
die vierte Tätigkeit für das Leopold Museum. Nach der Wien 1900
Neupräsentation, die er zusammen mit Peter Weinhäupl gestaltet hatte,
folgte eine Ausstellung zu Otto Muehls Gemälden (der erste große
Einblick in die zeitgenössische Sammlung 2) und zuletzt das aktuelle
Egon Schiele Projekt, in dem er Gegenwartskunst mit Schiele-Werken
konfrontiert. Im Gegensatz zum Schiele-Projekt sei die
"Excitement"-Schau allerdings nicht programmatisch zu verstehen
sondern als Erinnerung an den Sammler Rudolf Leopold. Seiner Ansicht
nach solle das Leopold Museum auch künftig nicht nur als "1900
Schatzkästchen" fungieren. Natürlich dominiere in der Ausstellung das
"Auge des Sammlers". Die "Nachvollziehbarkeit des Schöpfungsaktes"
wäre für Rudolf Leopold immer ein zentraler Punkt gewesen. Sehr wohl
habe sein Vater bewusst gesammelt und keineswegs an
kunstgeschichtlichem Wissen vorbei, allerdings immer mit dem Recht
des Privatsammlers subjektiv sammeln zu können und ohne Anspruch auf
Vollständigkeit oder Systematik. Die Sammlung 1 sei die Landkarte,
die Rudolf Leopold eben manchmal verlassen habe. Besonders hob
Diethard Leopold Werke von Mario Merz und Alfred Klinkan hervor, di
Gerümpelskulptur von Adolf Frohner, eine Totenmaske von Arnulf
Rainer, Werke von Valentin Oman, Franz Grabmayr, Erwin Wurm oder "das
vielleicht schönste Selbstporträt von Elke Krystufek." Abschließend
meinte "der junge Leopold", dass es schade sei, dass sein Vater nicht
mehr lebe "und ich nicht seine Meinung erfahren kann."

Am Rande der Pressekonferenz war auch die Zukunft der Sammlung 2
Thema. Angebote aus Krems für eine Präsentation wollte Diethard
Leopold zu diesem Zeitpunkt nicht kommentieren. Der neue
Museologische Direktor Tobias Natter und Managing Director Peter
Weinhäupl plädierten für einen Verbleib der Sammlung 2 im Leopold
Museum. "Es soll zusammen wachsen, was zusammen gehört", so Natter.

The Excitement Continues
Zeitgenössische Kunst aus der Sammlung Leopold II
14. Oktober bis 30. Jänner 2012
Täglich außer Dienstag, 10-18 Uhr, Donnerstag, 10-21 Uhr
www.leopoldmuseum.org

Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2360/

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Leopold Museum-Privatstiftung
Mag. Klaus Pokorny - Presse / Public Relations
Tel.: 0043 1 525 70 - 1507
[email protected]
www.leopoldmuseum.org

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