- 13.10.2011, 10:40:13
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forum bmvit diskutiert über den Beitrag von E-Mobilität für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem
Sicher, sauber, leistbar - Mobilität für morgen

Wien (OTS) - "Wir unterstützen die E-Mobilität, weil wir an die
Notwendigkeit eines Systemwandels im Verkehr glauben", erklärte
Ingolf Schädler, Bereichsleiter Innovation im Bundesministerium für
Verkehr, Innovation und Technologie, zur Eröffnung des "forum bmvit -
Zukunft heißt Innovation" am Mittwoch im Museumsquartier in Wien. Der
britische Stern-Report habe vor fünf Jahren aufgerüttelt: "Wenn wir
nicht Maßnahmen gegen die Klimawandel ergreifen, fahren wir
ökologisch gegen die Wand. Und da geht es nicht um einzelne
Technologien, es geht um einen Wechsel im System."
Das war auch der Ausgangspunkt für das im Frühjahr präsentierte
Weißbuch Verkehr der Europäischen Kommission, dessen Philosophie Paul
Verhoef, Leiter der Abteilung Forschung und Innovative
Verkehrssysteme, in seiner Keynote illustrierte. 60 Prozent weniger
CO2 bis 2050 ist das große Ziel. Bis dahin alle noch mit fossilen
Treibstoffen betriebenen Fahrzeuge aus unseren Städten hinaus zu
kriegen, sei eine der dafür nötigen Umsetzungsmaßnahmen. Das, so
Verhoef, habe natürlich viele Diskussionen ausgelöst, aber das sei
auch gut so. Bei den Pkw sei dazu schon viel in Entwicklung, die
nächsten beiden Jahre würden entscheidend sein in der Umsetzung von
e-mobility oder der Implementierung von Brennstoffzellen. Schwieriger
sei die Umsetzung des im Weißbuch ebenfalls deklarierten Ziels, 50
Prozent des Verkehrs auf der Mitteldistanz von der Straße auf die
Schiene oder die Wasserwege zu bringen.
Als "sehr sportlich" bezeichnete denn auch Irene Feige, Leiterin
des Instituts für Mobilitätsforschung in München, die Ziele des
Weißbuchs. In ihren Szenarios für Mobilitätsmuster in Deutschland bis
2030 würden fossil betriebene Fahrzeuge immer noch den größten Teil
des Verkehrs abdecken. Es zeige sich aber, dass Verhaltensweisen
aufbrechen. Die Autobesitzer seien in zunehmenden Maß auch bereit,
andere Verkehrsangebote in Anspruch zu nehmen. Einen Verzicht auf
mehr Mobilität könne sie sich aber nicht vorstellen. Er sei aber auch
nicht notwendig: Es gebe genug Energiequellen abseits vom Öl, wir
müssten sie nur nutzen.
"Wien wird in den nächsten 20 Jahren auf mehr als zwei Millionen
Einwohner wachsen. Da muss sich das Verkehrsverhalten einfach
ändern", erklärte Gabriele Payr, Generaldirektorin der Wiener
Stadtwerke. Die Umstellung auf Elektro-Autos allein könne da die
Lösung nicht bringen: "Es geht auch um das Platzproblem. Wohin mit
noch mehr Autos in der Stadt?" Wichtiger sei da der Ausbau des
Öffentlichen Verkehrs. 36 Prozent der Verkehrsteilnehmer legen heute
in Wien ihre Wege mit Öffis zurück. Das soll bis 2020 auf 40 Prozent
gesteigert werden. Dazu bedürfe es aber auch der effizienten
Ausgestaltung intermodaler Verkehrswegeketten.
Clemens Först, Leiter Strategie in den ÖBB; verwies auf den
Startnachteil, den die Schiene gegenüber der Straße in der
Infrastrukturausstattung habe. Der Großteil des Schienennetzes stamme
noch aus Zeiten der Monarchie. In die Straße wurde in der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhundert viermal mehr investiert als in die
Schieneninfrastruktur. Auf der Schiene gelte es da die nötigen
"Hausaufgaben" zu machen: mit einer kundengerechten Ausrichtung des
Angebots, mit dem Ausbau der Infrastruktur und mit verbesserten
regulatorischen Rahmenbedingungen.
"Wir glauben immer noch an den Pkw als Eigentum", erklärte
Alexander Struckl, Geschäftsführer von General Motors Austria. Die
aktuellen Verkaufszahlen widersprächen den Studien, die von einem
Wechsel vom Besitzen zum Nutzen sprächen. Bei General Motors sehe man
auch immer noch viel Potenzial für fossil betriebene Fahrzeuge,
steigt aber auch bei E-Mobilität ein, "denn das wird kommen". Mit dem
Opel Ampera, der Anfang nächsten Jahres herauskommt, biete GM, so
Struckl, gleich zwei Autos in einem an: Bis 60 Kilometer funktioniert
der Elektrobetrieb dieses Hybridmodells. Wer länger fährt, kann auf
Benzin umschalten und mit dem Range Extender bis zu 500 Kilometer
weit fahren.
Weitere Bilder unter:
www.apa-fotoservice.at/galerie/2366/
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Susanna Enk
Pressesprecherin Bundesministerin Doris Bures
Telefon: +43 (0)1 71162 658121
E-Mail: [email protected]
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