• 31.05.2011, 11:48:36
  • /
  • OTS0166 OTW0166

2011 erstmals mehr als 8 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung investiert

Bures, Mitterlehner und Töchterle präsentieren Forschungs- und Technologiebericht im Ministerrat

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Infrastrukturministerin Doris Bures und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle präsentieren den Forschungs- und Technologiebericht 2011

Wien (OTS) - Noch nie wurde in Österreich so viel für Forschung
und Entwicklung investiert wie heuer. Mit 8,286 Milliarden Euro
Investitionen wird erstmals die 8 Milliarden-Grenze überschritten.
38,7 Prozent davon stammen von der öffentlichen Hand, 44,6 Prozent
werden von Unternehmen getragen, 16 Prozent trägt das Ausland bei,
der Rest kommt von gemeinnützigen Vereinen und öffentlichen
Körperschaften. Österreichs Forschungsquote steigt heuer von 2,78 auf
2,79 Prozent. Kaum ein anderer EU-Staat hat in den letzten zehn
Jahren ein so dynamisches Wachstum der F&E-Quote verzeichnet. Das
geht aus dem Forschungs- und Technologiebericht 2011 hervor, der
heute von Infrastrukturministerin Doris Bures, Wissenschaftsminister
Karlheinz Töchterle und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner im
Ministerrat präsentiert wurde. ****

Österreich hat sich innerhalb der EU stabil vorne halten können, mit
Platz 7 im Innovation Union Scoreboard liegt Österreich unmittelbar
hinter der Gruppe der Innovation Leader. Die F&E-Quote Österreichs
hat sich in der letzten Dekade deutlich besser entwickelt als der
Durchschnitt der EU-15 und EU-27, der OECD-Staaten und seit 2009 auch
besser als die der USA.

"Wir haben unsere Unterstützung der Unternehmen während der
weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise verstärkt, um die
Auswirkungen auf unsere Unternehmen und Arbeitsplätze zu begrenzen.
Dadurch konnten wir im Bereich der angewandten Forschung einen
Einbruch bei den F&E-Aktivitäten verhindern. Für das Ziel unserer
FTI-Strategie - zum Innovation Leader zu werden - brauchen jetzt eine
noch stärkere Beteiligung der Unternehmen", so
Infrastrukturministerin Doris Bures. "Zugleich stellen wir sicher,
dass die Effizienz der Forschungsförderung weiter erhöht wird, damit
wir aus jedem Fördereuro mehr herausholen. Mit der Umsetzung der
FTI-Strategie werden Struktur, Organisation und Zusammenarbeit im
Forschungssystem verbessert."

"Forschung bringt Wissen, Innovation und Wohlstand", bekräftigt
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. Sie
sei "eine wichtige Grundlage für die Entwicklung Österreichs hin zu
einer wissensbasierten Gesellschaft sowie für die weitere Stärkung
des heimischen Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes". Der
Forschungs- und Technologiebericht unterstreiche - wie auch bereits
die im März beschlossene FTI-Strategie der Bundesregierung - den
hohen Stellenwert der (Grundlagen)Forschung für die künftige
Entwicklung unseres Landes. "Unser Ziel muss es sein, Investitionen
in die Grundlagenforschung bis 2020 auf das Niveau führender
Forschungsnationen zu heben." Vorbilder seien dabei die Schweiz und
Israel.

Positiv hebt der Minister die erfolgreiche Einwerbung von
Fördermitteln des European Research Councils (ERC) durch heimische
Wissenschaftler/innen hervor. "Die österreichische Erfolgsquote zählt
mit zu den höchsten europaweit", so Töchterle. Auch die nationale
Förderung exzellenter Forschung durch den Wissenschaftsfonds FWF habe
sich äußerst positiv entwickelt, weist sie doch zwischen 2001 und
2010 ein Wachstum von 150 Prozent auf. Über den gesamten Zeitraum
konnten die Exzellenzprogramme des FWF mit 361 Millionen Euro
gefördert werden.

Mitterlehner will Zahl der innovativen Unternehmen weiter erhöhen

Für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zeigt der Bericht,
dass die Unternehmen den Strukturwandel weiter forcieren und offensiv
in Innovationen investieren. "Seit dem Krisenjahr 2009 steigt die
Finanzierung der Forschungsausgaben durch den Unternehmenssektor.
Diesen Trend wollen wir weiter beschleunigen, um unter die
innovativsten Länder Europas aufzusteigen", bekräftigt Mitterlehner.
Auf Basis der FTI-Strategie will Mitterlehner die Zahl der
innovativen Unternehmen weiter steigern. "Wir möchten die Zahl jener
Unternehmen, die systematisch F&E betreiben, binnen zwei Jahren um
zehn Prozent und bis 2020 um 25 Prozent erhöhen", so Mitterlehner.

Zusätzlich zu den bestehenden Förderprogrammen wird daher auf
Initiative Mitterlehners der Innovationsscheck auf 10.000 Euro
erweitert, um noch mehr KMU zum Einstieg in F&E zu motivieren. Dazu
kommt ein neuer Technologiescheck im Wert von 1.000 Euro für
innovative Gründer, den diese zum Beispiel für Patenberatungen nützen
können. Zusätzliche Impulse wird die auf zehn Prozent erhöhte
Forschungsprämie setzen. "Damit haben wir den Forschungs-Standort
Österreich weiter aufgewertet", so Mitterlehner.

Forschungsausgaben steigen weiter an

Der Forschungs- und Technologiebericht informiert jedes Jahr über
die Entwicklung der Forschungsquote im langjährigen Verlauf,
vergleicht diese mit international relevanten Forschungsräumen und
wird dem Parlament vorgelegt.

Gemäß dem heurigen Bericht sollen die gesamten Ausgaben für in
Österreich durchgeführte Forschung und Entwicklung heuer um fünf
Prozent gegenüber dem Vorjahr ansteigen. Der öffentliche Sektor, hier
vor allem der Bund, der in den letzten Jahren wesentlich zur
Steigerung der Finanzierung der F&E-Ausgaben beigetragen hat, wird
2011 mit rund 3,211 Milliarden Euro (Steigerung von 4,5 Prozent
gegenüber 2010) einen Anteil von 38,7 Prozent finanzieren und liegt
damit deutlich über dem von der Europäischen Union im Lissabon-Ziel
genannten Forschungsfinanzierungsanteil von einem Drittel.

Erfreulich ist laut dem Bericht die Entwicklung der Finanzierung der
Forschungsausgaben durch den Unternehmenssektor. Nach einem Rückgang
2009 sind 2010 und 2011 wieder Zuwächse zu verzeichnen. Mit
voraussichtlich 3,698 Milliarden Euro im Jahr 2011 wächst der
Finanzierungsanteil gegenüber dem Vorjahr um 5,89 Prozent und liegt
damit auch wieder über der nominellen Wachstumsrate des BIP (4,53
Prozent). Der Anteil des Unternehmenssektors an den gesamten
F&E-Ausgaben beträgt 2011 44,6 Prozent.

Die österreichische akademische Forschung zeigt im internationalen
Kontext insgesamt eine positive Entwicklung, vor allem die
Entwicklung der Spitzenforschung sowohl was den Input als auch den
wissenschaftlichen Output betrifft. Die Zahl der wissenschaftlichen
Publikationen in peer-reviewed Zeitschriften lag zwischen 1995 und
2007 mit jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich 3,16 Prozent
deutlich über dem weltweiten Publikationswachstum von 2,72 Prozent,
vor allem in den Bereichen Medizin, aber auch Mathematik, Biologie
und Computerwissenschaften. Auch der Anteil österreichischer
WissenschaftlerInnen an internationalen Ko-Publikationen, die - als
Zeichen zunehmend globalisierter Wissensproduktion - wesentlich
stärker zunehmen als die Gesamtzahl der Publikationen, nimmt stetig
zu.

Der Forschungs- und Technologiebericht wird im Auftrag der
Bundesministerien für Wissenschaft und Forschung (BMWF), Verkehr,
Innovation und Technologie (BMVIT) und Wirtschaft, Familie und Jugend
(BMWFJ) von Joanneum Research (JR), dem Österreichischen Institut für
Wirtschaftsforschung (WIFO), dem Austrian Institute of Technology
(AIT) sowie unter Beteiligung der Statistik Austria erstellt.
(Schluss)

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
   Susanna Enk, Pressesprecherin
   Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
   mailto:[email protected]
   
   Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
   Minoritenplatz 5, 1014 Wien
   Pressesprecherin: Mag. Elisabeth Grabenweger
   Tel.: +43 1 531 20-9014
   mailto:[email protected]
   www.bmwf.gv.at
   
   Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecher des Bundesministers:
   Mag. Volker Hollenstein
   Tel.: +43 (01) 711 00-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
   mailto:[email protected]
   www.bmwfj.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel