- 23.02.2011, 11:00:19
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Die österreichische Versicherungswirtschaft: Auf Erfolgskurs auch im Jahr 2010
Obwohl die Ausläufer der Wirtschaftskrise noch spürbar waren, weist die österreichische Versicherungswirtschaft positive Ergebnisse in allen Sparten auf.

Wien (OTS) - Erste Berechnungen zeigen für das Geschäftsjahr 2010
in allen Sparten Prämienzunahmen. Insgesamt vermerkt die
österreichische Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr eine
Steigerung der Prämieneinnahmen um 2,0 Prozent auf 16,753 Milliarden
Euro. Die gesamten Versicherungsleistungen des Jahres 2010 beliefen
sich auf 11,980 Milliarden Euro - das ist ein Minus von 1,7 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr.
Nach vorläufigen, ersten Prognosen wird das Gesamtprämienaufkommen
2011 um etwa 1,7 Prozent auf 17,037 Milliarden Euro ansteigen.
Lebensversicherung
Mit einem Plus von 1,9 Prozent erhöhte sich das Prämienvolumen der
Lebensversicherung 2010 auf 7,557 Milliarden Euro. Die Einmalerläge
verzeichneten mit einem Prämienvolumen von 2,042 Milliarden Euro ein
Wachstum von 3,2 Prozent. Die laufenden Prämien stiegen mit einem
Aufkommen von 5,513 Milliarden Euro um 1,4 Prozent. Gute Zuwächse gab
es bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge: Mittlerweile
bestehen bei den heimischen Versicherungsunternehmen über 1,418
Millionen Verträge (+ 7,3 Prozent), das Prämienvolumen daraus beläuft
sich auf 969 Millionen Euro (+ 8,6 Prozent).
Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 5,827 Milliarden
Euro, das entspricht einer Steigerung von 1,2 Prozent, an die
Kundinnen und Kunden der Lebensversicherung ausgezahlt (nicht erfasst
sind die Zuführungen zu Rückstellungen für künftige Leistungen bzw.
Gewinnbeteiligungen).
Im Jahr 2011 dürfte die Lebensversicherung nach ersten Prognosen
Prämieneinnahmen von 7,642 Milliarden Euro (+ 1,1 Prozent)
verzeichnen.
Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung versteht sich in Österreich als
komplementärer Partner der gesetzlichen Krankenversicherung. Über die
Sonderklassehonorare trägt sie wesentlich zum Erhalt erstklassiger
Medizin für alle Österreicherinnen und Österreicher bei. Damit wird
ein entscheidender Beitrag zur Qualität des heimischen
Gesundheitssystems geleistet.
Für 2010 weist die private Krankenversicherung ein
voraussichtliches Plus von 2,9 Prozent mit einem Gesamtprämienvolumen
von 1,638 Milliarden Euro auf.
Die Leistungen nahmen um 5,0 Prozent auf 1,109 Milliarden Euro zu
(nicht erfasst sind die Zuführungen zu Rückstellungen für künftige
Leistungen bzw. Gewinnbeteiligungen).
Eine erste Prognose weist für die Krankenversicherung 2011 ein
Wachstum von rund 2,8 Prozent auf Gesamtprämien von 1,683 Milliarden
Euro aus.
Schaden-Unfallversicherung
Das Prämienvolumen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive
Kfz-Haftpflichtversicherung) wuchs 2010 auf 7,558 Milliarden Euro an
und zeigt somit eine Steigerung von 1,9 Prozent.
Die Leistungen in der Schaden-/Unfallversicherung verharren mit
5,044 Milliarden Euro auch im Jahr 2010 auf hohem Niveau. Der leichte
Rückgang der Versicherungsleistungen um - 6,2 Prozent gegenüber dem
Vorjahr ist ausschließlich in der Entwicklung der Naturkatastrophen
begründet. Der generelle Trend der vergangenen Jahre weist jedoch
stetig steigende Leistungen aus Naturkatastrophen aus.
Für 2011 wird ein Prämienwachstum der Schaden-Unfallversicherung
um ca. 2,0 Prozent auf 7,712 Milliarden Euro prognostiziert.
"Die Versicherungswirtschaft hat die Krise bravourös gemeistert,
wir erwarten ein starkes Jahr 2011", erklärt Dr. Wolfram Littich,
Präsident des Versicherungsverbandes. Beleg dafür sei insbesondere
die Wirtschaftsleistung, welche im Verlauf des Jahres 2011 wieder auf
Vorkrisenniveau liegen werde.
Megatrend demographischer Wandel als Wachstumstreiber für private
Vorsorge
Auch die Indikatoren deuten auf solide und gute Jahre für die
Versicherungswirtschaft hin. Wirft man einen Blick auf kommende
Jahrzehnte, skizziert der VVO einen großen Nachholbedarf bei
betrieblicher und privater Vorsorge - und damit Chancen für die
Versicherungswirtschaft auf stabiles Wachstum: Die aktuelle Relation
zwischen staatlicher und privater Vorsorge liegt bei 90 zu 10. Bis
zum Jahr 2020 erwartet Littich eine Verdoppelung des Prämienvolumens
in der betrieblichen und privaten Altersvorsorge von aktuell 82
Milliarden Euro auf über 170 Milliarden Euro.
Österreich werde im westeuropäischen Vergleich am stärksten
wachsen, und zwar mit 7,1 Prozent jährlich, in osteuropäischen
Ländern ist ein weiterer Boom von durchschnittlich 15,5 Prozent zu
erwarten. Dieser Trend sei Beleg für das steigende
Vorsorge-Bewusstsein der österreichischen Bevölkerung: Im Jahr 2030
wird jeder dritte Österreicher über 60 Jahre alt sein. Da sich auch
die Familienstrukturen kontinuierlich ändern, ergibt sich ein
erhöhter Bedarf an Services für Singles; im Pflegebereich werde die
Zahl der betreuungsbedürftigen Personen an der 1-Millionen-Grenze
kratzen.
"Als Versicherungswirtschaft haben wir unsere Weichen gestellt, um
neuen Bedarfslagen mit kundenfreundlichen Lösungen begegnen zu
können. Aus der Vergangenheit kann jeder lernen. Heute kommt es aber
darauf an, aus der Zukunft zu lernen", so Littich abschließend.
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