• 02.09.2010, 15:34:13
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bfi Wien Pressekonferenz Erwachsenenbildung - Lernen mit System

Weiterbildungsbeteiligung steigt langsam, Unternehmen investieren wieder

http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=84&dir=201009&e=20100902_b&a=event
Im Bild vlnr: Mag. Peter Schlögl, GF des ÖIBF (Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung), Dr. Herwig Stage, GF des bfi Wien

Wien (OTS) - Der beruflichen Erwachsenenbildung sollte nach Dr.
Herwig Stage, GF des bfi Wien, aufgrund ihrer Bedeutung für das
Bildungssystem und die Wirtschaft mehr mediales Interesse zustehen.
Die Krise sei vorbei, die aktuellen Zahlen sprechen dafür
(Arbeitslosigkeit auf 3,8% und um 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr
gesunken - niedrigste EU-weit, Anstieg der Beschäftigung um 1,26 %
und des geschätzten Wirtschaftswachstums um 2 %).

Die Erwachsenenbildung hat von der Krise profitiert - und die
Teilnehmer/innen durch die Aus- und Weiterbildung! Als größtes
Bildungsinstitut Österreichs ist der Umsatz des bfi Wien von 46 Mio
(2008) auf 61 Mio (2010) gestiegen. Stage präsentierte Daten zur
Finanzierung der Erwachsenenbildung. "Sie wird von 5 Quellen
gespeist: 40 % vom AMS/ESF, 30 % von Unternehmen, 20 % von
Privatpersonen und nur 10 % von der öffentlichen Hand. Durch die
positive Wirtschaftsentwicklung müßte eigentlich jetzt auch mehr
investiert werden. Nach einer aktuellen Befragung durch
Personalmanager (Zeitschrift für Human Resources) haben 2009 nur ca.
1/3 der Unternehmen ihr Weiterbildungsbudget gekürzt, 2010 wollen 50%
die Ausgaben auf gleichem Niveau halten, aber doch1/4 der Befragten
mehr Geld für Weiterbildung in die Hand nehmen," so Stage. Der Trend
gehe eher in Richtung fachspezifischer Aus- und Weiterbildung, wobei
e-learning doch nicht wie erwartet genutzt werde.
Bildungscontrolling, d.h. die Kosten-Nutzen-Analyse sei in aller
Munde, werde aber nicht wirklich umgesetzt. "Und da der Bildungsmarkt
eher einem Dschungel gleiche - auch für ca. 2/3 der Unternehmen
scheint er nicht transparent - ist Orientierung und Bildungsberatung
im Vorfeld wichtig." Aufgrund der bisherigen Expansionen wird ab
Oktober die bfi Wien Akademie den neuen Standort im Catamaran (neues
ÖGB-Haus, U2 Donaumarina) beziehen. Neu an der Akademie für
(angehende) Führungskräfte sind die Diplomlehrgänge Sozialmanagement
und Systemisches Coaching für die Führungspraxis.

Erwachsenbildung ist mehr als "Reparaturwerkstatt"

Mag. Peter Schlögl, GF des ÖIBF (Österreichisches Institut für
Berufsbildungsforschung) wies daruf hin, dass Österreichs
Bildungslandschaft traditionell von einer Dominanz des
Erstausbildungssystems und damit des formalen Bildungssystems geprägt
ist. "Diskussionen um PISA-Ergebnisse, die im Vergleich geringe
Akademikerquoten und die schon chronische Knappheit von betrieblichen
Lehrstellen sind jedoch Indikatoren einer zunehmenden Krise des
Erstausbildungssystems.

Gleichzeitig haben sich die Europäischen Staaten darauf
verständigt, strategische Anstrengungen zu unternehmen, um den Zugang
zu lebenslangem Lernen zu fördern. Komplex ist dieser Prozess
deshalb, weil insbesondere in der Fort- und Weiterbildung selten
öffentliche Stellen (Schulen u.a.) sondern mehrheitlich eigenständige
und private Institutionen wesentliche Akteure sind und auch
informelle Lernprozesse (z.B. am Arbeitsplatz) eine wichtige Rolle
spielen," so Schlögl. Hier wies er auf die Qualifizierungen des AMS,
innerbetriebliche Weiterbildung sowie berufliche und private
Weiterbildung in Erwachsenenbildungseinrichtungen hin.
Bedauerlicherweise sei die Weiterbildungsbeteiligung in Österreich
mit 13,8% der 25 bis 64-Jährigen Österreicher/innen (2009) im
Vergleich zu skandinavischen Ländern (ca. 30 %) eher gering und damit
ausbaufähig.

Gleichzeitig betonte er die Stärken der österreichischen
Weiterbildungslandschaft wie z.B. Teilnehmer/innenorientierung,
Pluralität und Flexibilität der Anbieter, Angebote von
Alphabetisierung bis zu Hochschulabschlüssen und starke
Qualifizierungskomponente der aktiven Arbeitsmarktpolitik.
Aber es gebe noch genug "Herausforderungen", die zu bewältigen seien
wie "die fragmentierte und diffuse Zuständigkeiten des Bundes und der
Länder, die Intransparenz hinsichtlich der Anbieter und Angebote
sowie der Förderlandschaft, Heterogenität hinsichtlich der
Professionalisierung des Personals sowie fehlende systemlogische
Finanzierung (z.B. wird eine Matura in der Schule und in der
Erwachsenenbildung nicht gleich behandelt)." Auch skizzierte er den
"typischen Teilnehmer": jung, männlich, gebildet (je höher in der
Hierarchie desto größer die Chance auf Weiterbildung).
Als Ausblick wies er auf den nationalen Qualifikationsrahmen hin, der
2011 Aus- und Weiterbildung in einem 8-stufigen Modell und mit
Kriterienkatalog vergleichbar machen soll.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=84&dir=201009&e=20100902_b&a=event

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Mag. Gabriele Masuch
bfi Wien, 1034, Alfred-Dallinger-Platz 1
[email protected], www.bfi-wien.at

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