• 21.11.2009, 10:22:51
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Historisches Violoncello für Michal Stahel

Esterházy Privatstiftung vergibt Patenschaft für ein neu restauriertes wertvolles historisches Violoncello aus der Esterházyschen Hofkapelle.

Erstmals vergibt die Esterházy Privatstiftung eine Patenschaft für ein neu restauriertes wertvolles historisches Violoncello aus der Esterházyschen Hofkapelle. Im Bild v.l.n.r.: Dr.Stefan Ottrubay (Generaldirektor Esterházy Betriebe), Michal Stahel (Cellist) und Dr.Florian Bayer (Leiter Esterházyschen Sammlungen), Weitere Bilder abrufbar unter: 
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=68&dir=200911&e=20091120_c&a=event

Eisenstadt (OTS) - Violoncello ("Passettl"), Wien, um 1720, gebaut
vom Wiener Hoflautenmacher Anthony Posch.

Provenienz

Das Cello ist ein Instrument aus der Esterházyschen Hofkapelle -
aus der Zeit noch vor Joseph Haydn. Archivbelege verbuchen es als
"Poschisches Bassetl", also als ein - den damaligen Gepflogenheiten
entsprechend sehr groß konzipiertes - Instrument aus der Werkstatt
des Anthony Posch. Das Datum seines Ankaufs lässt sich nicht gänzlich
zweifelsfrei feststellen, doch bieten die geschilderten Stilmerkmale,
die Erhaltungsgeschichte des Instruments sowie die bisher gesicherten
Archivalien einige Anhaltspunkte, die auf ein Ankaufsdatum im Jahre
1728 hindeuten. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Cello
ursprünglich für den Fürsten Paul II. Anton Esterházy gekauft worden
ist, der selbst ein leidenschaftlicher Cellospieler war.

Beschreibung des Cellos

Bei der Bestandsaufnahme am Instrument vor der Reparatur im Jahre
2007 präsentierte sich das Stück in Teilen, stark verschmutzt, mit
einigen Rissen in der Decke und wies im unteren Bereich seines Korpus
einen massiven Wurmbefall auf.

Als Besonderheit zeigte sich die beinahe vollständige Originalität
der Einzelteile des Instruments aus der ersten Hälfte des 18.Jhdt.,
insbesondere des Bassbalkens und des Originalhalses. Authentisch auch
die gesamte Innenarbeit (Klötze, Futterleisten, vor allem aber der
großflächig erhaltene goldgelbe Originallack. Seine
Mensurverhältnisse (Korpusmensur: 79 cm, große Deckenmensur,
entsprechend kürzerer Hals) sind auf die Spielgewohnheiten bis zur
Mitte des 18. Jhdt. ausgelegt. Das vorliegende Instrument ist
aufgrund seiner Provenienz und des ungewöhnlichen originalen
Zustandes als Unikat zu betrachten.

Reparatur

Nach der Befundung des Instrumentes entschied sich die Esterházy
Privatstiftung für eine auf Spielbarkeit ausgelegte Reparatur des
Cellos. Nach der Zerlegung des Instruments wurden die vorgefundenen
Risse in Decke, Zargen und Boden geschlossen. Besonderes Augenmerk
galt der Behebung des durch den Wurmbefall entstandenen Schadens. Die
Verbindung von Hals und Oberklotz wurde gefestigt, Griffbrett und
Endkopf neu verleimt, der Originalsaitenhalter repariert. Zuletzt
erfuhr das Instrument eine mit äußerste Sorgfalt durchgeführte
Lackretusche als abschließende, ästhetische Maßnahme.

Michal Stahel

Das Instrument wird nun dem jungen slowakischen Cellisten Michal
Stahel zur Bespielung anvertraut. Vorerst wurde zwischen der
Esterházy Privatstiftung und dem begabten Musiker eine
Instrumentenpatenschaft mit einer Leihdauer von drei Jahren
vereinbart.

Michal Stahel zählt zu den stärksten künstlerischen
Persönlichkeiten unter den derzeit aufstrebenden Cellisten. Seine
Auftritte und sein Spiel sind geprägt von Temperament, musikalischer
sowie technischer Souveränität, Kenntnis stilistischer Gegebenheiten
und ausgezeichnetem Geschmack.

"Die Restaurierung unserer Sammlungsbestände ist ein
kontinuierlich Prozess. Jährlich werden eine Anzahl von Objekten
ausgewählt, die entweder durch ihre Einzigartigkeit als Einzelstück
oder als Teil einer Ausstellung von Bedeutung sind.

Bei dem restaurierten Violoncello war es zum einen die
Einzigartigkeit und natürlich der musikalische Konnex zum Haydnjahr,
zum anderen aber auch die Möglichkeit, auch auf diese Art und Weise
wieder einen jungen Künstler zu unterstützen und zu fördern. Erstmals
geht die Esterházy Privatstiftung eine Instrumentenpatenschaft ein.
Die Pflege der Sammlungsbestände zum einen und die Förderung junger
Künstler zum anderen bringen bei diesem Projekt sinnvolle Synergien.
Wir wünschen Michal Stahel mit dem "Passettl" viel Erfolg bei seinen
Konzertauftritten," so Generaldirektor Dr. Stefan Ottrubay.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=68&dir=200911&e=20091120_c&a=event

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Edeltraud Werschlein
   Esterházy Privatstiftung
   7000 Eisenstadt, Esterházyplatz 5
   Tel. 02682/63004-410
   Fax 02682/63004-499
   Mail: [email protected]
   www.esterhazy.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EHZ

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