- 17.09.2009, 10:09:36
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HAYDN TALK mit Kurator Herbert Lachmayer in der Ausstellung HAYDN EXPLOSIV - BILD

Eisenstadt (OTS) - HAYDN TALK mit den Künstlern Franz West,
Günter Brus, Gelitin, Erwin Wurm und dem Kurator Herbert Lachmayer in
der Ausstellung "Haydn Explosiv - eine europäische Karriere am
Fürstenhof der Esterházy".
Die HAYDN TALKS sind eine Gesprächsreihe, die in den
Ausstellungsräumen von "Haydn Explosiv" in der Sala Terrena des
Schlosses Esterházy/Eisenstadt stattfinden. Das umfassende Thema der
Reihe ist die Aktualität des 18. Jahrhunderts für uns heute -
begonnen wird mit einer Konversation der Künstler Franz West, Günter
Brus, Gelitin und Erwin Wurm mit dem Kurator Herbert Lachmayer. Was
für die contemporary art der Kunstmarkt, Museen und Sammler sind, war
in der Haydn-Zeit des aufgeklärten Absolutismus vor allem die
fürstliche Herrschaft als Auftraggeber. Höfischer Künstler,
romantisches Genie, radikaler Avantgardist und die postmoderne
Künstlerfigur beschreiben den großen Bogen dieser
Mentalitätsgeschichte künstlerischen Selbstverständnisses. Unter
immer neuen gesellschaftlichen Bedingungen geht es um die
Freiheitsobsession des Individualismus, den die KünstlerInnen als
Vision wie konsequentes Ideal vorgeben und leben - gehört doch
Subversion zu den erprobten Strategien ihres, auch inszenierten
Freiheitsstrebens.
Die politischen wie kulturellen Umbrüche eines "Début de Siècle"
vor und um 1800 könnte man mit dem Wort "produktive Dekadenz"
beschreiben - reagierten doch die Künstler und ihr gebildetes
Publikum kreativ auf die Auflösung der ständischen Hierarchien und
Werthaltungen wie auf die Korrosion moralischer Normen. Hat doch
diese Gesellschaft eine höchst differenzierte "Geschmacksintelligenz"
entwickelt - vom Rokoko und Klassizismus bis hin zum radikal
schlichten Biedermeier. Auch Haydn war auf seine Art subversiv, wenn
er - gegen den Wunsch der fürstlichen Herrschaft - für andere
Auftraggeber komponierte, respektive seine Kompositionen in ganz
Europa drucken und verbreiten ließ.
Auch in unseren demokratischen Gesellschaften besteht das
Spannungsfeld zwischen KünstlerInnen und einer vermeintlich
"kulturtragenden" Oberschicht als Auftraggeber und Sammler, die von
ihren Artists "bespaßt", und auch "gebildet" werden wollen -
LebensArt mit Kunst ist gefragt, LifeStyle ist eben zu wenig. So
erwartet man sich von den contemporary artists - ironische
Protagonisten zeitgemäßer Coolness - neue Individualismusformate und
Erregungsstrategien zu einer libidinösen Exzentrik.
Mit dieser Veranstaltungsreihe wird "Haydn Explosiv" (als Prototyp
des Ausstellungsformates "Staging Knowledge") erstmals auch als Bühne
künstlerisch-intellektueller Konversation genutzt, umgeben von den
"Hermeneutic Wallpapers" der Künstlerin Margit Nobis in Kooperation
mit Franz West und Rudolf Polanszky. Erwin Wurm nimmt als Künstler
und Professor der Universität für Angewandte Kunst am HAYDN TALK
teil: mit seinen Studierenden wird er im Herbst das Medienpotential
der Ausstellung nutzen.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200909&e=20090916_e&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Edeltraud Werschlein Esterházy Privatstiftung 7000 Eisenstadt, Esterházyplatz 5 Tel.: 02682/63004-92 Fax: 02682/63004-98 Mail: [email protected] www.esterhazy.at www.haydn-explosiv.at
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