- 31.03.2009, 16:24:58
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FGF/FMK-Workshop in Wien: "Mobilfunk und Grenzwerte"
Experten aus Österreich, der Schweiz und Deutschland diskutierten über aktuelle Erkenntnisse der Wissenschaft und ihre Umsetzung in Grenzwerte

Wien (OTS) - "Können wir den Grenzwerten vertrauen?" Diese
Fragestellung beleuchteten vier Referenten aus Behörden,
Fachinstituten und Ministerien auf einer Informationsveranstaltung
der Forschungsgemeinschaft Funk e.V. (FGF) und des Forum
Mobilkommunikation (FMK) am 31.3.2009 in der Wiener Urania. Dabei
wurde sowohl ein Überblick über die Hintergründe der
Grenzwertefestlegung als auch die nationalen Grenzwerte gegeben und
auf die aktuellen Bemühungen der internationalen Standardisierung
eingegangen. Die Experten waren sich einig, dass es nach den
aktuellen Erkenntnissen keinen Nachweis für gesundheitliche Schäden
unterhalb der geltenden Mobilfunk-Grenzwerte gibt und die Grenzwerte
auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen müssen.
Die Grenzwertempfehlungen der ICNIRP - Hintergründe und ihre
Umsetzung in Deutschland, DI Rüdiger Matthes, Bundesamt für
Strahlenschutz, Neuherberg, BRD
DI Rüdiger Matthes, Leiter der Arbeitsgruppe Dosimetrie am
Bundesamt für Strahlenschutz und stellvertretender Vorsitzende der
ICNIRP (Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender
Strahlung) erklärte, dass "für die Expositionsbegrenzung der
expositionsbedingte Effekt, der negative gesundheitliche Auswirkungen
hat und der bei der geringsten Intensität der Strahlung auftritt,
maßgebend sei". Sein Vortrag ging auch auf die Kritik ein, die
Empfehlungen würden nicht den aktuellen Wissensstand repräsentieren.
"Die bestehenden Empfehlungen schließen grundsätzlich gesundheitliche
Effekte aufgrund langfristiger schwacher Exposition oder andere
nicht-thermische Effekte nicht aus. Allerdings konnte bisher kein
etablierter nicht-thermischer Effekt mit gesundheitlicher Relevanz
und kein plausibler Mechanismus hierfür gefunden werden. Es liegt
auch kein Hinweis auf eine derartige Schädigung aus Langzeitstudien
im Labor vor."
Internationale Standardisierung, Dr. Georg Neubauer, Austrian
Research Centers, Seibersdorf, Österreich
Dr. Georg Neubauer (Austrian Research Centers, Seibersdorf) umriss
die Hintergründe des Bestehens unterschiedlicher Grenzwerte in
verschiedenen Ländern und die laufenden Bemühungen um eine
internationale Standardisierung und ging auf die in Österreich
geltenden Grenzwerte ein. "Außer den neuen Ergebnissen von Studien
über biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder hat es in den
letzten Jahren vor allem aufgrund der Verfügbarkeit leistungsstarker
numerischer Berechnungsmethoden neue Erkenntnisse über den
Zusammenhang zwischen den außerhalb des Körpers auftretenden
elektromagnetischen Feldern und im Körper auftretenden physikalischen
Wirkungen wie der SAR oder der Stromdichte gegeben, die zu einer
Diskussion der bestehenden Grenzwerte führen."
Grenzwerte und Regelungen in der Schweiz, Dr. Mirjana Moser,
Bundesamt für Gesundheit, Liebefeld, Schweiz
Dr. Mirjana Moser vom Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz
stellte die Regelungen für den Gesundheitsschutz im Bereich der
nicht-ionisierenden Strahlung in der Schweiz vor. In den drei
unterschiedlichen Bereichen Umweltschutz,
Verbraucherschutz/Produktsicherheit und Arbeitsnehmerschutz "gelten
die ICNIRP-Grenzwerte als grundlegende Maßnahme für Gesundheitsschutz
vor EMF. Nur im Bezug auf die Anwendung der Vorsorgemaßnahmen gibt es
große Unterschiede."
Gesichtspunkte zur aktuellen gesundheitlichen Bewertung des
Mobilfunks - Empfehlung des Obersten Sanitätsrates in Österreich, Dr.
Martin Renhardt, Bundesministerium für Gesundheit, Wien, Österreich
Dr. Martin Renhardt vom österreichischen Gesundheitsministerium
referierte über die Grenzwert-Situation in Österreich und die
Empfehlungen des Obersten Sanitätsrates (OSR) von November 2008,
"dass nach den aktuellen wissenschaftlichen Reviews zur
Mobilfunktelefonie unterhalb der aktuellen Grenz- bzw. Richtwerte
derzeit kein gesicherter wissenschaftlicher Nachweis gesundheitlicher
Schäden am Menschen vorliegt." Darüber hinaus gibt der OSR
Empfehlungen in Richtung Vorsorge und den vernünftigen Umgang mit
Handys.
Die Vorträge auf der Informationsveranstaltung machten deutlich,
dass es aktuell keine wissenschaftliche Basis für eine Änderung der
geltenden Grenzwerte gibt. Es bestehen allerdings unterschiedliche
Ansätze hinsichtlich Vorsorgegedanken und neue wissenschaftliche
Erkenntnisse machen eine regelmäßige Bewertung des gesamten
Kenntnisstandes erforderlich. Die intensiven Publikums-Diskussionen
zeigten aber, dass es in der Bevölkerung nach wie vor Unsicherheiten
und davon ausgehend unterschiedliche Einschätzungen zum Thema gibt.
Link-Service:
FMK-Schwerpunkt auf der Website: http://www.ots.at/redirect.php?FMK
Forschungsgemeinschaft Funk (FGF)
Die Forschungsgemeinschaft Funk e.V. (FGF) mit Sitz in Bonn fördert
wissenschaftliche Untersuchungen zu potenziellen Umwelteinwirkungen
elektromagnetischer Felder. Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 wurden
über 10 Millionen Euro in die Forschung investiert. In ihren
kostenlosen Publikationen informiert sie über den Stand der
Wissenschaft zu diesem Thema. Zu den Mitgliedern der FGF gehören
Mobilfunknetzbetreiber, Hersteller, Universitäten und Behörden.
FMK- Forum Mobilkommunikation
Die freiwillige Brancheninitiative FMK ist Ihr Ansprechpartner bei
allen Fragen zu Mobilkommunikation und der Mobilfunk-Infrastruktur.
Das FMK vermittelt zwischen Betreibern und Gemeinden, um gemeinsame
Lösungen zu finden. Wir liefern Ihnen Zahlen, Daten und Fakten, damit
Sie sich Ihre persönliche Meinung über Mobilfunk bilden können.
Alcatel-Lucent Austria, Ericsson, FEEI, Hutchison 3G Austria, Kapsch
Carrier Com, mobilkom austria, Motorola, Nokia, Nokia Siemens
Networks, Orange, Samsung, Sony Ericsson und T-Mobile unterstützen
das FMK.
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Rückfragehinweis:
Michael Buchner Pressesprecher FMK - Forum Mobilkommunikation Mariahilfer Straße 37-39 A- 1060 Wien Mobil: + 43 664 619 25 12 Tel:+ 43 1 588 39 - 15 Fax: + 43 1 586 69 71 E-Mail: [email protected] Internet: www.fmk.at
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