- 10.09.2008, 13:47:14
- /
- OTS0245 OTW0245
AK-Kärnten: Desolate Unterkunft für Praktikanten eines Nobelhotels
Morsche Bretterböden, kaputte Sanitäranlagen, unhygienische Zustände

Klagenfurt (OTS) - Unter hygienisch unzumutbaren und desolaten
Wohnumständen waren vier Pflichtpraktikanten eines "In-Hotels" am
Wörthersee einquartiert. Auch die wöchentliche Arbeitszeit entsprach
bei weitem nicht den rechtlichen Bestimmungen. Die Arbeiterkammer
deckte den Vorfall auf. Das Arbeitsinspektorat wurde eingeschaltet.
Von einem "Schloss am Wörthersee" hatten die vier
Gastronomiepraktikanten ohnehin nicht geträumt, aber zumindest mit
ordentlichen Unterkünften gerechnet, zumal das Hotel als "noble
Adresse" am Wörthersee gilt. Im desolaten Barackengebäude erwartete
die jungen Praktikanten dann eine böse Überraschung: morsche,
eingebrochene Bretterböden, beschädigte und nur notdürftig
"geflickte" Sanitäranlagen, total abgenutzte Möbel, frei hängende
Elektroinstallationen, unhygienische Zustände. Das beweisen der AK
anonym übermittelte Fotos.
Unter diesen katastrophalen Wohnumständen mussten die
Pflichtpraktikanten den Sommer über auf engstem Raum hausen. Nachdem
die Arbeiterkammer Kärnten von diesen Missständen erfahren hatte,
wurde das Arbeitsinspektorat eingeschaltet. Dieses hat mittlerweile
erste rechtliche Schritte gegen den Hotelbesitzer eingeleitet und ihn
aufgefordert, das Gebäude in großem Umfang zu sanieren.
Doch nicht nur die Wohnumstände ließen zu wünschen übrig. Nach
Einsicht in die Stundenaufzeichnungen durch den Arbeitsinspektor
stellte sich zudem heraus, dass die Praktikanten teilweise bis zu 70
Stunden pro Woche arbeiten mussten und oft keinen einzigen freien Tag
in der Woche hatten. Die jungen Gastronomiemitarbeiter hatten das
Praktikum am Wörthersee im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung
absolviert.
Leider sind solche Vorkommnisse kein Einzelfall.
"Pflichtpraktikanten werden oft übel ausgenutzt. Sie sind auf die
Praktikantenstelle ja auch angewiesen", betont AK-Jugendschützer
Erich Malle. "Da die jungen Menschen das Praktikum für ihre
schulische Ausbildung benötigen, glauben viele, dass sie widrige
Arbeitsumstände oder desolate Unterkünfte akzeptieren müssen. Das ist
aber nicht so", sagt Malle.
Die Arbeiterkammer ruft daher Pflichtpraktikanten, aber auch
Ferialarbeiter auf, sich an den AK-Lehrlings- und Jugendschutz zu
wenden. Dort wird jeder einzelne Fall geprüft und bei Verstößen gegen
arbeits- oder sozialrechtliche Bestimmungen gegen den Arbeitgeber
vorgegangen. Telefon 050 477-1000
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Kärnten Kommunikation Mag. Christa Maurer Tel.: 050 477-2401 Fax: 050 477-2400 mailto:[email protected] http://kaernten.arbeiterkammer.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKK









