- 21.07.2009, 14:04:48
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Klarheit und Sicherheit für freiwillig Engagierte
Land schließt Haftpflicht- und Unfallversicherung für Ehrenamtliche ab
Bregenz (VLK) - Mit der Einführung der Vorarlberger Ehrenamts- und
Freiwilligenversicherung werden die Rahmenbedingungen für
ehrenamtliches Engagement weiter verbessert. "Wir wollen die hohe
Bereitschaft vieler Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, sich
freiwillig in Vereinen bzw. für die Gesellschaft einzubringen,
tatkräftig unterstützen. Dazu gehört es auch, Klarheit und Sicherheit
in Bezug auf allfällige Haftungs- und Unfallrisiken zu schaffen",
erläuterte Landeshauptmann Herbert Sausgruber dieses neue Angebot im
heutigen (Dienstag) Pressefoyer.
Gut 46 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung sind mehr als vier
Stunden in der Woche ehrenamtlich tätig - im Sozialdienst, durch
Nachbarschaftshilfe, in Sport und Kultur, bei Rettung und Feuerwehr,
im Umwelt-, Natur- und Tierschutz, aber auch in Religion und Politik.
Manfred Hellrigl vom Zukunftsbüro veranschaulichte dieses Engagement
mit Zahlen: "140.000 Menschen sind in Vorarlberg ehrenamtlich tätig,
die geleistete Arbeit entspricht umgerechnet bis zu 20.000
Vollzeitarbeitsplätzen."
Versicherungsschutz
Meist merken ehrenamtlich Engagierte erst im konkreten
Schadensfall, dass kein oder nur ungenügender Versicherungsschutz
besteht. Diese Lücke wird nun geschlossen, kündigte der
Landeshauptmann an: "Ab sofort tritt eine Sammel-Haftpflicht und ein
Sammel-Unfallversicherungsvertrag für Ehrenamtliche bzw. freiwillig
Tätige in Kraft." Der gebotene Versicherungsschutz besteht subsidiär,
das heisst eine anderweitig bestehende Haftpflichtversicherung ist im
Schadensfall vorleistungspflichtig.
Versichert sind alle Personen, die in rechtlich unselbstständigen
Vereinigungen oder in Vereinen gemäß Vereinsgesetz für das Gemeinwohl
in Vorarlberg ehrenamtlich tätig sind. Vom Versicherungsschutz
ausgeschlossen sind Vereine, die ihre Aufgaben durch Arbeitnehmer und
Quasi-Arbeitnehmer erfüllen, sowie Personen zum Zeitpunkt des
Ausübens einer Sportart.
Personen- und Sachschäden sind bis drei Millionen Euro versichert
- mit einer Selbstbeteiligung von 350 Euro bei Sachschäden. Beim
Unfallversicherungsschutz wurden die Leistungen wie folgt festgelegt:
Bei dauernder Invalidität je nach Grad der Beeinträchtigung bis zu
212.500 Euro (bis zu einem Grad von 25 Prozent wird keine Leistung
erbracht), im Todesfall 10.000 Euro, für Rehabilitationskosten 2.000
Euro und für Bergungskosten 10.000 Euro.
Neuland
Mit diesem Versicherungsangebot begeben wir uns auf Neuland, da
noch keine Erfahrungswerte vorliegen, sagte der Vorstandsdirektor der
Vorarlberger Landesversicherung, Robert Sturn. Die Jahresprämie
beträgt knapp 40.000 Euro - "das sind zehn Cent pro Einwohner",
rechnete Sturn vor. Die Versicherung wurde vorerst auf ein Jahr - mit
der Möglichkeit einer Verlängerung - abgeschlossen, informierte der
Landeshauptmann - und "die Prämie wird vom Land bezahlt."
Schadensbeispiele
- Die Leiterin der Elterninitiative "Hausaufgabenbetreuung" ist nicht
in Reichweite, als ein Kind einem anderen mit einem Bleistift
Stichwunden zufügt. Sie wird wegen Vernachlässigung der
Aufsichtspflicht zur Verantwortung gezogen.
- Eine Mitarbeiterin eines Projekts "Altenpflege selbst organisiert"
kommt auf dem direkten Heimweg von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu
Sturz. Sie erleidet einen komplizierten Trümmerbruch im Bein. Die
Bewegungsfähigkeit des Beines bleibt dauerhaft beeinträchtigt.
Einfache Abwicklung
Das Versicherungsmodell wurde in enger Zusammenarbeit mit der
Vorarlberger Landesversicherung ausgearbeitet. Dabei wurde auf eine
möglichst einfache Abwicklung geachtet. Es müssen im Vorfeld keine
Anmeldungen bzw. Registrierungen von Ehrenamtlichen erfolgen, im
Schadensfall ist eine Meldung an das Land ausreichend.
Die Formulare zur Schadensmeldung können auf www.vorarlberg.at
heruntergeladen werden (ab Donnerstag, 23. Juli). Einfach ausfüllen
und per Post oder per Fax an die auf dem Formular angeführte Adresse
senden. Mehr zum ehrenamtlichen Engagement in Vorarlberg auf
www.vorarlberg.at/ehrenamt.
Audio(s) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Audio
Service, sowie im OTS Audioarchiv unter http://audio.ots.at .
Rückfragehinweis:
Landespressestelle Vorarlberg Tel.: 05574/511-20135 Fax: 05574/511-20190 Hotline: 0664/625 56 68 oder 625 56 67 mailto:[email protected] http://www.vorarlberg.at/presse
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